»Setz dich«, sagte er.

Es war warm in dem Zimmer. Ich zog meine poppige Jacke aus, legte sie zusammen mit der Reitkappe auf den Boden und setzte mich in den eleganten Sessel, den er mir zuwies.

»Ich bin in Hoopwestern zur Nachwahl für unseren verstorbenen Abgeordneten nominiert worden«, sagte er.

»Ehm ...« Ich kam da nicht ganz mit.

»Hast du gehört, was ich gesagt habe?«

»Heißt das ... du kämpfst um ein Amt?«

»So würde es vielleicht dein amerikanischer Freund Chuck nennen, aber hier bei uns heißt das, ich kandidiere fürs Unterhaus.«

Ich wußte nicht, was ich dazu sagen sollte. Toll? Wie furchtbar? Und warum? »Kommst du denn rein?« stotterte ich.

»Es ist ein Wahlkreis mit knapper Mehrheit. Ungewiß.«

Ich sah mich zerstreut in dem unpersönlichen Zimmer um. Er wartete eine Spur ungeduldig.

»Was ist mit deinem Vorschlag?« fragte ich.

»Ja, gut ...« Irgendwo im Innern entspannte er sich. »Vivian Durridge hat dich ganz schön heruntergeputzt.«

»Ja.«

»Daß du Drogen nimmst - das hat er sich ausgedacht.«

»Aber wieso?« fragte ich verblüfft. »Wenn er mich nicht mehr haben wollte, hätte er das doch einfach sagen können.«

»Mehr als ein Wald-und-Wiesen-Amateur hättest du nicht drauf, meinte er zu mir. Als Jockey kämst du nie an die Spitze. Du würdest nur deine Zeit vertun.«

Ich wollte es nicht wahrhaben. Konnte mich damit nicht abfinden. »Es macht mir aber Spaß«, protestierte ich heftig.

»Ja, und wenn du mal in dich gehst, wirst du selbst zugeben, daß ein angenehmer Zeitvertreib für dein Alter zu wenig ist.« »Ich bin nicht du«, sagte ich. »Ich habe nicht deine Energie, deine .«



8 из 223