
»Tatkraft?« tippte er an.
Ich dachte betreten darüber nach und nickte.
»Aber ich bin überzeugt«, sagte er, »daß du intelligent und -na ja - mutig genug bist für das, was ich mit dir vorhabe.«
Wenn er mir schmeicheln wollte, war ihm das natürlich gelungen. Solche Einschätzungen wischt kaum ein junger Mann beiseite.
»Vater -«, setzte ich an.
»Ich dachte, wir hätten uns darauf geeinigt, daß du Dad zu mir sagst.«
Bei Eltern-Lehrer-Schüler-Konferenzen hatte er darauf bestanden, von mir »Dad« genannt zu werden, und ich hatte mich danach gerichtet, aber im Kopf blieb er für mich der Vater, mein Vorbild und Erzieher.
»Was hast du denn mit mir vor?«
Noch immer antwortete er nicht direkt, sondern sah geistesabwesend aus dem Fenster und auf die Jacke am Boden. Er spielte mit seinen Fingern auf eine Art, die mich an Sir Vivian erinnerte, und sagte schließlich: »Ich möchte, daß du den Studienplatz an der Uni Exeter annimmst.«
»Oh.« Ich bemühte mich, weder überrascht noch verärgert zu erscheinen, obwohl ich beides war. Er redete jedoch weiter, als hätte ich laut losgewettert.
»Du hast dich schon auf ein Zwischenjahr eingestellt, ja?«
Das sogenannte Zwischenjahr, modern, beliebt und vielgelobt, sollte Abiturienten die Möglichkeit geben, Lebenserfahrung zu sammeln, bevor sie ihr Studium aufnahmen. Vieles sprach dafür ... kaum etwas dagegen.
»Du warst doch damit einverstanden, daß ich ein Jahr Pause mache«, wandte ich ein.
»Ich hab’s dir nicht verboten. Das ist ein Unterschied.«
»Kannst du mir das denn verbieten? Und was hast du davon?«
»Bis du achtzehn bist, darf ich so gut wie alles machen, was zu deinem Vorteil ist oder mir zu sein scheint. Du bist ja nicht blöd, Ben. Du kennst die Gesetze. Bis zu deinem Geburtstag am einunddreißigsten August, also noch drei Wochen, bin ich für dich verantwortlich.«
