"Stören? Es findet ja das gerade Gegentheil statt! Diese Herrschaften haben die Achse zerbrochen; mein Mann ist nicht da, und drüben der Sommergast, der Engländer, borgt seinen Wagen keinem Menschen als nur dem Herrn Doktor. Da könnte der Herr Pathe helfen, wenn er so gut sein wollte."

"Mein Freund, Lord Halingbrook, ist leider nach der Stadt gefahren; er begegnete mir, und in der Nähe wird es einen Wagen weiter nicht zur Verfügung geben. Doch wenn Herzogliche Hoheit" - er verbeugte sich höflich aber gemessen vor dem Generale - "gestatten, werde ich Dero Wagen in kurzer Zeit gebrauchsfähig herstellen. Hat der Herd Feuer?" "Ja; der Junge braucht es zum Nägelmachen."

"So mach die Frau Pathe es den Herrschaften bequem. Ich werde sofort an die Arbeit gehen." Er trat an die Schmiede, zog den Gehrock aus, streifte die Ärmel empor und band sich das dort hängende Schurzfell des Meisters vor. Nachdem das Feuer gehörig angefacht war, untersuchte er den schadhaften Theil des Wagens.

"In einer halben Stunde werden Durchlaucht fahren können," lautete seine Entscheidung. Beide, sowohl der General als auch die Dame, hatten den Vorgang mit sichtlicher Verwunderung verfolgt. War dieser so distinguirt aussehende Mann, welcher den Doktortitel führte, wirklich im Stande, eine zerbrochene Wagenachse zu repariren? Die Schmiedin hatte ihn Pathe genannt; er konnte also von keinem ungewöhnlichen Herkommen sein, und doch war er Freund des Lord Halingbrook, eines stolzen, exklusiven Engländers, welcher als Gesandter seiner Königin Zutritt beim Hofe hatte. Das war ein Räthsel, für welches sich besonders die Dame zu interessiren schien.

Sie beobachtete jede seiner Bewegungen mit Aufmerksamkeit und machte dabei die Bemerkung, daß er eine ungewöhnliche Körperstärke besitzen müsse. Die Pferde waren im Nu aus gespannt, und dann hantirte, hob und schob er an dem Wagen, als ob er ein leichtes Kinderspielzeug in den Händen habe. Dann ertönten aus der Schmiede mächtige Hammerschläge, so daß die Funken durch den Eingang auf die Straße stoben. Die Schmiedefrau hatte ein Tischchen mit zwei Stühlen, auf welchen die Herrschaften Platz nahmen, vor das Haus gesetzt.



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