Neds Blick irrte für einen Moment ab. »Harry, allmählich glaube ich, es war ein Fehler, Brookie auf eine Privatschule zu schicken. Sie ist zwölf, geht für zwanzig durch und ist ein richtiger kleiner Snob. Susan möchte, daß sie im Herbst wieder auf die St. Elisabeth-Schule geht. Wir haben schließlich auch eine öffentliche Schule besucht, haben was gelernt und sind was Anständiges geworden.«

»Jetzt herrschen rauhe Sitten, Ned. Als du zur Schule gingst, haben sie noch keine Drogen auf dem Klo verkauft.«

»Als wir auf der Crozet High School waren schon. Du warst so vernünftig, es einfach zu übersehen.«

»Nein, ich hatte kein Geld, um das Zeug zu kaufen. Wäre ich so ein reiches Vorstadtkind von heute gewesen, wer weiß?« Harry zuckte die Achseln.

Ned seufzte. »Ich würde es schrecklich finden, heute ein Kind sein zu müssen.«

»Ich auch.«

Bob Berryman unterbrach sie »Hi!« Ozzie, sein riesengroßer australischer Schäferhund, trottete hinter ihm drein.

»Hi, Berryman.« Harry und Ned erwiderten seinen Gruß eher aus Höflichkeit Berrymans Laune befand sich meist am Siedepunkt und kochte oft schäumend über.

Mrs. Murphy und Tucker begrüßten Ozzie.

»Heißer als alle Roste der Hölle.« Berryman ging zu seinem Schließfach und nahm die Post mitsamt dem Einschreibezettel heraus. »Scheiße, Harry, gib mir mal 'nen Stift.« Sie reichte ihm einen halb ausgelaufenen Kugelschreiber. Er unterschrieb den Zettel und starrte wütend auf die Mitteilung vom Finanzamt. »Die Welt rast ihrem Untergang entgegen, und das verfluchte Finanzamt beherrscht die Nation! Am liebsten würde ich jeden einzelnen von diesen Kerlen umbringen!«

Ned verdrückte sich und winkte zum Abschied.

Berryman rang nach Luft, zwang sich zu einem Lächeln und beruhigte sich, indem er Mrs. Murphy tätschelte, die ihn mochte, obwohl die meisten Menschen ihn ungehobelt fanden. »Ich hab alle Hände voll zu tun.« Er verzog sich ebenfalls.



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