Bob sagte etwas mit leiser Stimme. Die Farbe wich aus Kellys Gesicht.

Bob ging zu seinem Lieferwagen, stieg ein, ließ den Motor an und fuhr los, als Kelly taumelnd auf die Beine kam.

Beim Anblick des Blutes ließ Harry jegliche Bedenken in punkto Manieren fallen. Sie lief zu Kelly hinaus.

»Da muß Eis drauf. Komm rein, ich hab welches im Kühlschrank.«

Kelly, noch benommen, antwortete nicht gleich.

»Kelly?«

»Oh - ja.«

Harry führte ihn ins Postamt. Sie kippte das Eis aus dem Behälter auf ein Papierhandtuch.

Kelly las seine Postkarte, als sie ihm das Eis gab. Er setzte sich auf die Bank, krempelte das Hosenbein hoch und zuckte zusammen, als er die Kälte an seiner Wade spürte. Die Karte steckte er in seine Gesäßtasche.

»Soll ich den Doktor holen?« erbot sich Harry.

»Nein.« Kelly brachte ein halbes Lächeln zustande. »Ganz schön peinlich, was?«

»Nicht peinlicher als meine Scheidung.«

Das brachte Kelly zum Lachen. Er entspannte sich etwas. »He, Mary Minor Haristeen, so was wie eine gute Scheidung gibt es nicht. Selbst wenn beide Parteien mit den besten Vorsätzen starten, sobald die Anwälte ins Spiel kommen, geht das alles den Bach runter.«

»Gott, das will ich nicht hoffen.«

»Glaub mir. Es wird schlimmer, ehe es besser wird.« Kelly nahm das Eis herunter. Die Blutung hatte aufgehört.

»Halt es noch ein bißchen drauf«, riet Harry. »Dann schwillt es nicht an.«

Kelly legte den provisorischen Eisbeutel wieder auf. »Es geht mich ja nichts an, aber du hättest Fair Haristeen schon vor Jahren den Laufpaß geben sollen. Du hast dich in die Geschichte reingekniet und dir alle Mühe gegeben, daß es funktioniert. Das war pure Zeitverschwendung. Perlen vor die Säue.«

Harry war noch nicht ganz so weit, daß sie es gern gehört hätte, wenn ihr Mann als Sau bezeichnet wurde, aber Kelly hatte recht: Sie hätte früher aussteigen sollen. »Jeder von uns lernt in seinem eigenen Tempo.«



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