»Sie haben jede Menge Unterstützung, meine eingeschlossen.«

Harry rieb und wischte, aber die Stempelfarbe war hartnäckig.

Mim genoß jede Gelegenheit sich aufzuspielen, egal, wer ihr Gegenüber war. Jim Sanburne, ihr Mann, hatte sein Leben auf einem kleinen Bauernhof begonnen und sich auf zirka sechzig Millionen Dollar raufgekämpft. Trotz Jims Reichtum wußte Mim, daß sie unter ihrem Stand geheiratet hatte. Sie war eine Frau, die dauernd Beweise für ihren Status brauchte. Sie mußte ihren Namen im Gesellschaftsregister gedruckt sehen. Jim fand das albern. Für Mim war die Ehe eine ständige Strapaze. Für Jim auch. Er führte sein Unternehmen, er führte Crozet, weil er der Bürgermeister war, aber Mim konnte er nicht führen.

»Nun, haben Sie sich das mit der Scheidung noch einmal überlegt?« Mim hörte sich an wie eine Lehrerin.

»Nein.« Harry lief vor Wut rot an.

»Fair ist nicht besser oder schlechter als jeder andere. Stülpen Sie den Männern eine Papiertüte über den Kopf, und sie sind alle gleich. Nur auf das Bankkonto kommt es an. Eine alleinstehende Frau hat es schwer.«

Harry hätte am liebsten gesagt: »Ja, mit Snobs wie Ihnen«, aber sie hielt den Mund.

»Haben Sie Handschuhe?«

»Wozu?«

»Sie könnten mir helfen, Little Marilyns Hochzeitseinladungen hereinzutragen. Ich möchte sie nicht beschmutzen. Das Briefpapier ist von Tiffany, meine Liebe.«

»Warten Sie einen Moment.« Harry wühlte herum.

»Du hast sie neben den Postbehälter gelegt«, klärte Tucker sie auf.

»Ich geh gleich mit dir Gassi, Tucker«, sagte Harry zu dem Hund.

»Ich werf sie auf den Boden. Mal sehen, ob sie 's schnallt.« Mrs. Murphy lief flink auf dem Schalter entlang, wich sorgsam der Stempelfarbe und den Stempeln aus und landete mit einem prachtvollen Satz auf dem Regal, wo sie die Handschuhe herunterstieß.



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