»Ich persönlich mag keine Katzen.« Mrs. H. richtete sich zu ihrer vollen Höhe auf, welche beträchtlich war. Sie verfügte auch über die entsprechende Leibesfülle. »Zu unabhängig.«

Ja, das sagen viele Leute, dachte Harry bei sich. Lauter Faschisten. Dies war ein ihr liebgewordenes Vorurteil, das sie weder aufzugeben noch abzuschwächen bereit war.

»Ich vergaß zu sagen, daß Sie sich Sonntagabend Diane Bish im Kabelfernsehen anschauen müssen. Eine vollendete Organistin. Sogar ihre Füße werden gezeigt, und letzten Sonntag hatte sie silberne Ballerinas an.«

»Ich habe keinen Kabelanschluß.«

»Oh, na so was. Ziehen Sie in die Stadt. Sie sollten ohnehin nicht allein da am Yellow Mountain leben.« Mrs. Hogendobber flüsterte: »Wie ich höre, hat Mim gestern die Hochzeitseinladungen vorbeigebracht.«

»Zwei Kartons voll.«

»Hat sie Stafford eingeladen?« Es klang beiläufig.

»Das weiß ich nicht.«

»Ach.« Mrs. Hogendobber konnte ihre Enttäuschung nicht verbergen.

Josiah kam herein. »Guten Morgen, die Damen.« Er fixierte Mrs. Hogendobber. »Ich will das Bett.« Er runzelte in gespieltem Ärger die Stirn.

Mrs. Hogendobber verfügte nicht über besonders viel Humor. »Ich gedenke nicht zu verkaufen.«

Fair kam herein, gefolgt von Susan. Es gab eine allgemeine Begrüßung. Harry war angespannt. Mrs. Hogendobber ergriff die Gelegenheit, dem beharrlichen Josiah zu entkommen. Auf der anderen Straßenseite parkte Hayden McIntire, der Arzt, seinen Wagen.

Josiah bemerkte ihn und seufzte. »Ah, mein kindergeplagter Nachbar.« Hayden hatte zahlreiche Kinder gezeugt.

Fair öffnete still sein Schließfach und nahm die Post heraus. Er wollte sich verdrücken, doch Harry, nicht von der besten Intuition geleitet, rief ihn zurück.

»Wart einen Moment.«

»Ich muß einen Besuch machen. Sehnenschnitt.« Er hatte die Hand auf dem Türknauf.



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