
»Verdammt, Fair, wo bleibt mein Scheck?« entfuhr es Harry vor lauter Frust.
Sie hatten eine Vereinbarung unterschrieben, wonach Fair bis zur Scheidung, wenn ihr gemeinsam erwirtschaftetes Vermögen aufgeteilt wurde, monatlich eintausend Dollar an Harry zu zahlen hatte. Sie waren kein wohlhabendes Paar und hatten beide während ihrer Ehe hart gearbeitet. Die Teilung des Zugewinns würde Harry zugute kommen, die wesentlich weniger verdiente als Fair. Glücklicherweise erkannte Fair das Haus rechtmäßig als Harrys an, so daß dieses ausgeklammert war.
Sie hatte das Gefühl, als ließe er sie mit dem Geld hängen. Typisch Fair. Wenn sie nichts unternahm, passierte gar nichts. Er interessierte sich nur für seine Pferdepraxis.
Fair seinerseits fand, daß dies eine von Harrys typischen Nörgeleien war. Sie würde den vermaledeiten Scheck kriegen, wenn er dazu kam, ihn auszuschreiben. Er lief rot an. »Oh, hm, ich mach ihn heute fertig.«
»Wie wär's jetzt gleich?«
»Ich muß einen Besuch machen, Harry!«
»Du bist zehn Tage zu spät dran, Fair. Muß ich Ned Tucker anrufen? Das kostet bloß Anwaltsgebühren und verstärkt die Gefühle von Feindseligkeit.«
»Verdammt«, brüllte er, »mich vor Susan und Josiah bloßzustellen finde ich feindselig genug!« Er knallte die Tür zu.
Josiah, gebannt von dem häuslichen Drama, konnte ein Lächeln kaum verbergen. Den Fallgruben des Ehelebens entgangen, weidete er sich genüßlich an dem Theater, das Eheleute aufführten. Josiah konnte nicht verstehen, warum Männer und Frauen heirateten. Sex verstand er, aber heiraten? Für ihn bedeutete die Ehe eine Fußfessel, Kette und Kugel inbegriffen.
Susan, beileibe nicht gebannt, fand den Ausbruch höchst bedauerlich, weil sie wußte, daß Josiah es Mim erzählen und es bis Sonnenuntergang in der ganzen Stadt herum sein würde. Die Scheidung war ohne öffentliche Darbietungen schon schwierig genug.
