»Meine liebe Mim, ich verkehre ausschließlich geschäftlich mit gekrönten Häuptern. Du nennst sie deine Freunde.« Dies war eine Anspielung auf eine obskure rumänische Gräfin, die von Big Marilyn aufdringlich hofiert worden war. Als sie achtzehn war, hatte Mim in Crozet mit der europäischen Schönheit angegeben.

Ende der fünfziger Jahre dann hatte Mim Europa nach Faberge-Schatullen abgegrast und nach Möbeln aus der Zeit Georgs III. ihrer Lieblingsepoche. Jim Sanburne wußte nicht, worauf er sich einließ, als er Mim heiratete - aber wer weiß das schon? In Paris begegnete Mim einer Freundin der Gräfin, die ihr erzählte, die Frau sei eine Bäckergehilfin aus Prag, wenngleich eine schöne. Wer immer sie war, sie war schlau genug gewesen, Mim auszubooten, und Mrs. Sanburne erinnerte sich keineswegs wohlwollend daran, daß die Gräfin Jim verführt hatte - allerdings war er eine leichte Beute.

Für diese Unbesonnenheit ließ Mim ihn kräftig zahlen.

Pewter stürmte aus dem Geschäft, als ein Kunde die Tür öffnete. Sie war so fett, daß ihr Bauch beim Rennen hin und her schwabbelte.

Susan kicherte. »Man sollte die Katze auf Diät setzen.« Sie lenkte vom Thema ab, obwohl ihr Mims momentanes Unbehagen nicht besonders leid tat.

Pewter stellte sich auf die Hinterbeine und kratzte an der Tür des Postamts.»Laßt mich rein.«

Harry öffnete ihr, während die Menschen sich draußen weiter unterhielten. Pewter platzte ins Postamt, aufgeplustert vor Wichtigkeit. Sogar Mrs. Murphy fiel das auf.

»Wißt ihr was?« Pewter sprang auf den Schalter - das war nicht leicht für sie, aber sie war so aufgeregt, daß es beim ersten Versuch glückte.

Tucker reckte den Kopf aufwärts.»Komm lieber hier runter und erzähl.«

Pewter überging die Bitte der Corgihündin.»Market bekam einen Anruf von Diana Farrell vom Rettungsdienst. Ihr wißt ja, Market macht manchmal am Wochenende Vertretung, und sie sind befreundet.«



35 из 239