
Harrys Prognose für August lautete: »Tagesablauf revidieren. Zukunft neu gestalten. Wichtige Daten: 7. 14. und 29.« Wofür wichtig, weigerte sich diese stellare Prophezeiung preiszugeben.
Als Maude gegangen war, kam Little Marilyn Sanburne herein und ließ sich in säuselnden Tönen über ihre Hochzeit aus. Bei Little Marilyn kam das Säuseln aus verborgenen Bereichen ihrer Kehle. Harry heuchelte Interesse, aber insgeheim hatte sie das Gefühl, daß Little Marilyn einen großen Fehler machte. Sie kam nicht mal mit sich selbst zu Rande, geschweige denn mit jemand anderem.
Eine ganze Stunde verging, bevor sich Market Shiflett durch die Tür schob.
»Harry, ich wäre früher gekommen, aber es war verrückt - das reinste Irrenhaus.« Er wischte sich die Stirn.
»Was ist passiert?« Harry fand, daß er kränklich aussah. »Kann ich was für dich tun?«
Er winkte ab, dann lehnte er sich an den Schalter, um sich abzustützen. »Diana Farrell hat mich angerufen. Kelly Craycroft - zumindest glauben sie, daß es Kelly Craycroft ist - wurde heute morgen gegen zehn Uhr tot aufgefunden.«
Tucker sprang auf.»Siehst du, Mrs. Murphy? Ich hab gleich gesagt, sie wußte was Wichtiges.«
Mrs. Murphy erkannte ihren Fehler, aber jetzt war es nicht mehr zu ändern.
»Mein Gott, wie.?« Harry war wie betäubt. Sie dachte an einen Herzanfall. Kelly war in diesem gefährlichen Mannesalter.
»Keine Ahnung. Die Leiche ist vollkommen zerfleischt. Man hat ihn in einem von den großen Betonmischern gefunden. Er ist nicht mal mehr in einem Stück. Diana sagt, falls man ihm in den Kopf oder ein anderes Körperteil geschossen hätte, könnte man das nie mehr erfahren. Der Sheriff hat die Mischmaschine beschlagnahmen lassen. Schätze, sie suchen da drin nach Blei. Weißt du, Kelly ist immer oben auf den Mischer geklettert, um ihn den Leuten zu zeigen.«
