»Ich fühle es. Außerdem steht sein Wagen hier, und Kelly hat sich nie weit von diesem Auto entfernt. Er hat es mehr geliebt als alles andere, sogar mehr als mich, seine Frau.«

»Haben Sie eine Ahnung, wie das passieren konnte?«

»Abgesehen davon, daß ihn jemand in den Mischer gestoßen haben muß, nein.« Ihre Augen glitzerten.

»Feinde?«

»Pharamond Haristeen - hm, das ist vorbei. Sie sind keine Feinde mehr.«

Rick kannte die Geschichte, wie Fair sich letztes Jahr auf dem Ball vom Jagdclub an Boom Boom herangemacht hatte. Es war viel Alkohol konsumiert worden, aber nicht genug, um die Leute den Annäherungsversuch vergessen zu lassen. Er würde Fair vernehmen müssen. Emotionen konnten sich anstauen und explodieren, wenn man es am wenigstens erwartete. Jahre nach einem Ereignis. Daß Fair ein Mörder war, war nicht unmöglich, nur unwahrscheinlich. »War er geschäftlich in Schwierigkeiten?«

Boom Boom lächelte ein mattes Lächeln. »Was Kelly anfaßte, wurde zu Gold.«

Rick lächelte zurück. »Das ist in ganz Mittel Virginia bekannt.« Er machte eine Pause. »Vielleicht gab es Meinungsverschiedenheiten wegen einer Rechnung oder einer Ausschreibung? Geld bringt die Menschen um den Verstand. Denken Sie nach, fällt Ihnen irgendwas ein?«

»Nichts.«

Rick legte eine Hand auf ihre Schulter. »Ich lasse Sie von Officer Cooper nach Hause fahren.«

»Ich kann fahren.«

»Nein, können Sie nicht. Sie werden ausnahmsweise tun, was ich sage.«

Boom Boom machte keine Einwände. Sie war zittriger, als sie zugeben wollte. Tatsächlich hatte sie sich nie im Leben so schrecklich gefühlt. Sie hatte Kelly geliebt, auf ihre unbestimmte Art, und er hatte sie ebenso geliebt.

Rick blickte auf, um zu sehen, wie man mit dem Abtransport der Leiche vorankam. Es ging langsam. Selbst Clai Cordle, die eiserne Nerven besaß, war grün ums Kinn.



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