Kein Mohammedaner darf türkisches Land betreten, bevor einer der Oguz sich verpflichtet, sein Gastgeber zu werden, bei welchem er weilt und für den er Gewänder aus dem Lande des Islam herbeibringt, und für sein Weib Pfeffer, Hirse, Trauben und Nüsse. Wenn der Muslim zu seinem Gastgeber kommt, schlägt letzterer ein Zelt für ihn auf und bringt ihm ein Schaf, auf daß der Muslim selbst das Schaf schlachten möge. Die Türken schlachten nie; sie schlagen dem Schaf auf den Kopf, bis es tot ist. Oguz-Frauen verschleiern sich niemals in der Gegenwart ihrer eigenen Männer oder anderer. Noch verhüllt die Frau einen jeglichen ihrer Körperteile in Gegenwart jedweder Person. Eines Tages rasteten wir bei einem Türken und nahmen Platz in seinem Zelte. Des Mannes Weib war zugegen. Während wir uns besprachen, enthüllte die Frau ihre Scham und kratzte sie, und wir sahen sie dabei. Wir verhüllten unsere Gesichter und sagten: »Ich erbitte Gottes Vergebung.« Daraufhin lachte ihr Gatte und sagte zu dem Dolmetscher: »Sag ihnen, wir enthüllen es in Eurer Gegenwart, auf daß Ihr es sehn mögt und Euch schämt, doch ist es nicht zu erlangen. Dies ist besser, als wenn es verhüllt ist und dennoch erlangt werden kann.« Ehebruch ist unbekannt unter ihnen. Wen immer sie für einen Ehebrecher befinden, den reißen sie entzwei. Dies geschieht dergestalt: Sie führen die Zweige von zwei Bäumen zusammen, binden ihn an die Zweige, und dann lassen sie beide Bäume los, auf daß der Mann, welcher an die Bäume gebunden, entzweigerissen wird. Der Brauch der Knabenliebe wird von den Türken als furchtbare Sünde betrachtet. Einstmals kam ein Kaufmann und hielt sich beim Klan des Kudarkin auf.



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