Mit einer lässigen Handbewegung betätigte er den Einschaltknopf auf der Rückseite des Geräts. Während der Bildschirm langsam hell wurde, förderte Jarmusch aus seiner Aktentasche eine Diskettenschachtel zutage, die er aufgeklappt neben den Rechner stellte. Es waren zwölf Disketten darin, die er eine nach der anderen dem Computer verfütterte. Nach der ersten erschien ein buntes Bild auf dem Schirm, das in einem kleinen Kästchen die folgenden Disketten mitzählte.

Das Programm hieß GEISHA, und als Hersteller firmierte eine Forbidden Love Inc.

"Brandneu, das Ding. Ich hab’s mir von einem Bekannten am Max-Planck– Institut kopiert, der es letzte Woche aus den USA mitgebracht hat. Drüben sind sie in solchen Dingen einfach weiter als wir, in jeder Hinsicht."

Er holte einige zerknitterte Fotokopien hervor, wohl die Bedienungsanleitung für das Programm – oder das, was Jarmusch davon hatte ergattern können. Er versuchte, sie in der richtigen Reihenfolge zu ordnen. Ich setzte mich auf eine freie Tischkante, so gut es ging, und wartete ab, was nun geschehen würde.

"Zunächst wird abgefragt, welches Ausgangsmaterial wir nehmen wollen", erläuterte Jarmusch und betrachtete den Bildschirm. "Das heißt, ich drücke jetzt… hmm?"

Er konsultierte die Anleitung. Es war mehr ein Selbstgespräch, das ich mit anhören durfte.

"Ah ja, F6 für Schimpanse. So. Jetzt… nein, das ist wohl die Abfrage der Interferenzstruktur. Was schreiben die denn? Ja, genau. Die geben wir als gespeichert vor. Alles klar."

Alles klar? Mir war überhaupt nichts klar.

Auf dem Bildschirm erschien eine Zeichnung, die grob die Körperumrisse einer Frau andeutete. Rechts und links davon wurden lange Listen von Schlüsselworten angezeigt, die wohl nur ein Gentechniker verstand.

Jarmusch warf mir einen triumphierenden Blick zu. "Das ist jetzt der Hauptarbeitsbereich. Die haben das hier echt professionell gemacht; du hast alle Möglichkeiten, die dir nur einfallen. Kein Vergleich zu Programmen wie HORI oder SLAVE… kennst du die?"



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