
"Du haderst mit deinem Schicksal, Ostvan."
"Soll man nicht hadern mit so einem Sohn? Ich weiß schon, warum nicht seine Mutter mir das Essen bringt."
"Ich soll dich um Geld bitten für die Händlerin", sagte Garliad.
"Geld! Immer nur Geld!" Ostvan stellte den Teller auf das Fensterbrett und schlurfte zu einer stahlbeschlagenen Truhe, die geschmückt war mit einer Photographie des Teppichs, den sein Vater geknüpft hatte. Darin lag das Geld, das vom Verkauf des Teppichs noch übrig war, verpackt in einzelne Schachteln, auf denen Jahreszahlen standen. Er nahm eine Münze heraus. "Nimm. Aber denk daran, daß das hier noch den Rest unseres Lebens reichen muß."
"Ja, Ostvan."
"Und wenn Abron zurückkommt, schickt ihn sofort zu mir."
"Ja, Ostvan." Sie ging.
Was war das nur für ein Leben, nichts als Sorgen und Ärger! Ostvan zog einen Stuhl ans Fenster und ließ sich darauf nieder, um zu essen. Sein Blick verlor sich in der felsigen, unfruchtbaren Einöde. Früher war er noch ab und zu hinausgezogen, um gewisse Mineralien zu suchen, die für die geheimen Rezepturen erforderlich waren. Einige Male war er auch in der Stadt gewesen, um Chemikalien oder Werkzeuge zu kaufen. Aber inzwischen hatte er alles beisammen, was er noch brauchen würde für seinen Teppich. Er würde wohl nicht mehr hinausgehen. Er war auch nicht mehr jung; sein Teppich würde bald fertig sein, und dann war es Zeit, ans Sterben zu denken.
Später, am Nachmittag, unterbrachen schnelle Schritte auf der Treppe seine Arbeit. Es war Abron.
"Du wolltest mich sprechen, Vater?"
"Du warst in der Stadt?"
"Ich habe Rußsteine gekauft für die Heizung."
"Wir haben noch Rußsteine im Keller, genug für Generationen."
"Das wußte ich nicht."
"Du hättest mich ja fragen können. Aber dir ist jeder Vorwand recht, um in die Stadt gehen zu können."
