
»Sie brauchen nur zu wissen, Lieutenant, dass ich in General Cradocks Stab diene. Sie haben doch wohl von dem General gehört?«
Cradock hatte das Kommando über die britischen Kräfte im südlichen Portugal, und wenn Soult weitermarschierte, dann musste Cradock ihm entgegentreten.
Sharpe hatte nach Christophers Antwort geschwiegen, doch Captain Hogan hatte später gesagt, dass der Colonel vermutlich ein »politischer« Soldat sei, was bedeutete, dass er überhaupt kein Soldat war, sondern jemand, der das Leben angenehmer empfand, wenn er Uniform trug. »Ich bezweifle nicht, dass er einst ein Soldat war«, hatte Hogan gesagt, »aber jetzt? Ich nehme an, Cradock hat ihn von Whitehall bekommen.«
»Whitehall? Von den Horse Guards - der Gardekavalleriebrigade?«
»Du liebe Zeit, nein«, hatte Hogan gesagt. Die Horse Guards waren das Hauptquartier der Armee, und es war klar, dass seiner Meinung nach Christopher von etwas Böserem, Unheilvollen kommen musste. »Ich glaube, auf der Welt herrscht Irrsinn, Richard«, hatte Hogan gesagt, »und das Außenministerium glaubt, wir Soldaten sind schwerfällig und ungeschickt, deshalb haben sie gern ihre eigenen Leute vor Ort, um Fehler auszubügeln. Und, natürlich, um etwas herauszufinden.« Das war es, was Lieutenant Colonel Christopher anscheinend tat: Dinge herausfinden. »Er sagt, er kartografiert ihren Geist«, hatte Hogan nachdenklich gesagt, »und ich glaube, er meint damit, ob Portugal es wert ist, verteidigt zu werden. Ob die Briten kämpfen sollen. Und wenn er es weiß, wird er es dem Außenministerium sagen, bevor er mit General Cradock spricht.«
»Natürlich ist Portugal es wert, verteidigt zu werden«, hatte Sharpe sich ereifert.
