
Das Schmelzen von schwimmendem Eis wie der Polkappe und des Schelfeises in der Antarktis wird nicht zu einem dramatischen Anstieg des Meeresspiegels führen, und es gibt für die nähere Zukunft auch keine nennenswerten Hinweise auf eine plötzliche Gletscherflut vor Grönland oder in der Antarktis. Der springende Punkt ist nicht der Meeresspiegel, sondern das Süßwasser, mit dem die Polschmelze die Meere im Norden und Süden überschwemmt.
Genau solch ein Ereignis soll zum letzten großen Klimaeinbruch geführt haben, wie wir ausführlich in unserem Buch darstellen. In diesem Zusammenhang kommen auch die schlagenden Beweise dafür zur Sprache, dass dieser Einbruch mit einer Serie heftiger Stürme begann, die in der nördlichen Hemisphäre zu einer 200 Jahre anhaltenden Abkühlung und über dem nördlichen Polarkreis zu einem Absinken der Temperaturen führte.
Offensichtlich gibt es einen großen klimatischen Zyklus, der von langen Zeiträumen der Stabilität und kurzen Phasen plötzlicher Veränderung gekennzeichnet ist. Zweifellos befinden wir uns an einem solchen Punkt des plötzlichen Wandels. Dieser wird eintreten, wenn das in die Polarmeere strömende Süßwasser zusammen mit der zunehmenden Erwärmung der Luft die Wassertemperatur so stark ansteigen lässt, dass die großen, für unser Klima bestimmenden Strömungen versiegen.
Als wir dieses Buch schrieben, waren wir der Meinung, dass es erst nach einigen Jahren oder Jahrzehnten zu dieser Situation kommen wird. Doch angesichts der Ereignisse im letzten Jahr scheint klar, dass sie viel schneller eintreten kann. Und wahrscheinlich stehen wir bereits am Anfang dieser Entwicklung.
Am 27. November 1999 veröffentlichte die angesehene britische Wochenschrift The New Scientist einen Report mit dem Titel »Freezing Future: There’s Now Alarming Evidence that Europe Is Facing an Ice Age« (»Frostige Zukunft: Alarmierende Anzeichen für bevorstehende Eiszeit in Europa«).
