
Davor erreichten Stürme von Spanien bis Italien unglaubliche Höhen, was dazu führte, dass sieben Pfund schwere Hagelbrocken vom Himmel herabstürzten. Wie es dazu kommen konnte, war für die Wissenschaftler ein Rätsel. »Niemand ist so überrascht über dieses Phänomen wie ich«, bekannte der Geologe Jesus Martinez, der mit einem Team von Forschern die Eisblöcke sammelte und analysierte.
Mehrere Monate später gaben sie bekannt, dass der Eisniederschlag tatsächlich ein vom Wettergeschehen verursachtes Phänomen war.
Wir erkannten darin nur ein Vorzeichen kommender Ereignisse. Tatsächlich erreichten die Wolkengipfel nun die in unserem Buch vorhergesagten extremen Höhen. Dadurch konnten sich Eisbrocken bilden und beim Herabstürzen auf die Erde zu gewaltiger Größe anwachsen. Der Grund dafür ist, dass die Temperaturen wegen der Treibhausgase in der Nähe der Erdoberfläche ansteigen. Gleichzeitig sinken die Temperaturen oberhalb der Stratosphäre, weil von unten immer weniger Wärme abgestrahlt wird.
Über diesen Effekt berichteten Wissenschaftler im Mai 1999. Die Temperatur in der Mesosphäre – in 55 bis 80 Kilometern Höhe – ist in den vergangenen zehn Jahren jährlich um ein halbes Grad abgesunken, zehnmal schneller, als es irgendjemand prognostiziert hatte. Gary Thomas vom Laboratory for Atmospheric and Space Physics an der University of Colorado spricht von einem letzten Warnzeichen, vergleichbar mit dem »Kanarienvogel eines Bergarbeiters«. (Früher nahmen Bergarbeiter beim Abstieg in tiefe Gruben einen Kanarienvogel mit. Beim Austreten geruchloser Gase starb der Vogel, lang bevor die Bergarbeiter selbst etwas spürten, und sie konnten die Grube rechtzeitig verlassen.)
Der extreme Temperaturunterschied zwischen der oberen und unteren Atmosphäre forciert die Gefahr heftiger Stürme, wie sie 1999 und 2000 überall auf der Erde zu beobachten waren.
