Extreme Wetterlagen traten nicht nur in Europa auf, auch Venezuela, China, Indien und Südostasien wurden von verheerenden Stürmen heimgesucht. Als am 20. Dezember 1999 sintflutartige Regenfälle auf Caracas niedergingen, wurden 30 000 Menschen getötet. Im Mai 1999 hatte ein Tornado in Oklahoma mit Spitzengeschwindigkeiten von 508 Stundenkilometern in der Trichterwolke einen neuen Weltrekord für Winde aufgestellt. Im November 1999 kamen in Indien durch einen Superzyklon, der große Ähnlichkeit mit dem in diesem Buch beschriebenen Sturm hat, 12000 Menschen ums Leben. Millionen verloren ihr Zuhause, und die verzweifelten Überlebenden machten sich daran, 200000 Kadaver ertrunkener Rinder, Büffel und Schweine zu verbrennen, um die Ausbreitung von Seuchen zu verhindern.

Am 23. November 1999 brachte die New York Times einen Artikel, der unsere Theorien direkt bestätigt. Der Beitrag beschreibt das gleiche Klimaereignis, das in unserem Buch dargestellt wird – ein Ereignis, das am Ende der letzten Eiszeit ein Wetterchaos auslöste. Der Autor des Artikels, Dr. Gerald R. Dickens von der James Cook University in Australien, vergleicht den Erwärmungstrend, den wir gerade erleben, mit dem Spannen eines Gummibandes: »Man zieht langsam an beiden Enden, bis das Gummiband an einem bestimmten Punkt plötzlich reißt.«

Der Aufsatz in der New York Times handelt zum größten Teil von einem Klimawandel, der vor 55 Millionen Jahren eingetreten ist. Dennoch belegt er klar unsere These: »Das Erdklima«, so Dr. Dickens, »kann sich aus ganz natürlichen Gründen plötzlich drastisch verändern.«

Nimmt man dazu die Auswirkungen menschlicher Eingriffe in laufende natürliche Prozesse, kann kein Zweifel mehr an einem Potenzial für explosive Veränderungen bestehen.

Zum Zeitpunkt dieser Niederschrift, im Oktober 2000, haben wir bereits eine Flut verheerender Umwälzungen erlebt, die in den meisten Fällen völlig unerwartet gekommen waren. Das Wettergeschehen wird immer heftiger, unberechenbarer und gefährlicher.



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