
Am 31. Januar 2000 erschien in U. S. News & World Report ein Artikel über die Veränderung des Wetters, der die Ursache der jetzigen Situation in erster Linie in kurzlebigen Meereserscheinungen wie El Nino und La Nina sieht und dabei vor allem den Wechsel von Warm- und Kaltwasserzyklen im Pazifik hervorhebt, der einen starken Einfluss auf das Klima auf dem amerikanischen Kontinent hat. Der Artikel schließt mit den Worten: »Kein Anlass, in Panik zu verfallen.«
Kein Anlass? Wir sind anderer Meinung. Während dieses Vorwort geschrieben wird, nimmt das Erdklima immer chaotischere Züge an. Im amerikanischen Westen sind bereits über 20 000 Quadratkilometer trockenen Landes verbrannt. Am 27. August 2000 vereinigten sich Brände in Montana auf einer Fläche von 1100 Quadratkilometern zu einem einzigen Riesenfeuer – dem größten, das die USA je gesehen hatte. Dann erhoben sich die Winde.
Als im Westen die Brände tobten, erlebten der Mittlere Westen und der Nordosten der Vereinigten Staaten einen der feuchtesten Sommer aller Zeiten. Diese extremen Wetterunterschiede setzten einen Trend fort, der im Januar damit begonnen hatte, dass die Temperatur in New York auf minus 26 Grad Celsius fiel, während sie in Südtexas auf plus 27 Grad kletterte.
Solche Extreme beschränkten sich nicht auf einzelne Regionen, sondern waren weltweit zu beobachten, und der Sommer 2000 war wie schon die drei Sommer zuvor einer der heißesten seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen. Anfang Juli zog eine Heißluftfront aus der Sahara nach Südosteuropa und in die Türkei, wodurch in dieser Region alle Hitzerekorde gebrochen wurden. In der Türkei und Griechenland kletterte das Thermometer auf 45 Grad, und auf dem Balkan war es nur ein Grad kühler. Straßen wurden unpassierbar, weil der Teer schmolz, und überall in der Gegend brachen Brände aus.
In Indien verloren im September 2000 15 Millionen Menschen durch Monsunregenfälle ihr Zuhause.
