
Darum ist jeder Sieg eine Trauerfeier
32. Von der Einheit des Tao
Der rechte Weg ist ewig
von namenloser Schlichtheit
und obwohl unscheinbar
kann er nicht erfasst werden
Wären die Herrscher fähig
den Weg zu bewahren
würden alle Wesen folgen
Himmel und Erde sich vereinigen
um süßen Tau zu regnen
und das Volk, ohne Zwang
wäre redlich und einig.
Beginnt die Unterscheidung
so entstehen Begriffe
Wenn Begriffe auftauchen
ist es besser innezuhalten
Weiß man innezuhalten
entsteht keine Gefahr
Der rechte Weg ist in der Welt
wie Bäche und Flüsse
in den Strömen und Meeren
33. Vom Weisen
Wer andere kennt ist klug
wer sich selbst kennt ist weise
Wer andere überwindet ist stark
wer sich selbst überwindet ist mächtig
Wer genügsam ist, der ist reich
wer beharrlich ist, der ist ausdauernd
wer seine Mitte nicht verliert, der dauert
Wer stirbt, doch nicht vergeht
lebt in ewiger Gegenwart
34. Vom Wirken des Tao
Das große Tao fließt überall
rechts oder links
alle Wesen vertrauen ihm
und werden nicht enttäuscht
Ist das Werk vollendet
fordert es nichts
Es kleidet und nährt alle Wesen
ohne sie zu beherrschen
ohne Denken, ohne Ziel
erscheint es sehr klein
Es ist die Heimat aller Dinge
ohne sie zu beherrschen
erscheint es sehr groß
Es bewirkt Großes
jedoch nicht für sich selbst
