
»Nicht mehr lange, Hazel. Freut Ihr Euch darauf, wieder in Eurem angestammten Revier zu sein?«
»Nicht wirklich, Todtsteltzer. Nebelhafen ist gefährlich, heimtückisch und verflucht kalt, und das nur an den besseren Tagen. Ich kenne tollwütige Ratten mit blutenden Hämorrhoi-den, die freundlicher sind als ein durchschnittlicher Nebelweltler. Ich kann einfach nicht glauben, daß ich mich vom Untergrund dazu habe überreden lassen, in dieses Höllenloch zu-rückzukehren.«
Owen zuckte die Schultern. »Wer sonst, wenn nicht wir, Hazel? Irgend jemand muß schließlich den Untergrund beim Rat von Nebelwelt repräsentieren, und Ihr und ich kennen die Lage vor Ort besser als jeder andere, den sie hätten schicken können.
Laßt den Kopf nicht hängen, Hazel. Diesmal wird es bestimmt nicht so schlimm werden wie bei unserem letzten Besuch – glaube ich. Wir alle sind ein gutes Stück stärker und gerissener als beim letzten Mal.«
Hazel runzelte die Stirn. »Jepp. Deswegen wollte ich sowieso mal mit dir reden. Als dieses Hologramm von einem Blutläufer mich in seinem Labor auseinandernehmen wollte, hast du ihn über Lichtjahre hinweg gepackt und in Stücke gerissen. Einfach durch die Kraft deiner Gedanken. Ich wußte nicht, daß du diese Art von Macht besitzt, Todtsteltzer. Ich jedenfalls hab’ sie nicht.«
»Ich wußte ebenfalls nichts davon, Hazel, bis ich sie benötigte . Unser Aufenthalt im Labyrinth des Wahnsinns hat uns weit mehr verändert, als wir zuerst dachten. Wir sind anders geworden.«
»Der Klang deiner Worte gefällt mir nicht, Todtsteltzer. Wo hören die Veränderungen auf? Sind wir noch Menschen? Oder enden wir am Schluß wie die Hadenmänner, so verschieden von dem, was wir einmal waren, daß wir genausogut Fremdwesen sein könnten?«
Owen zuckte erneut die Schultern. »Ich weiß nicht mehr als Ihr. Ich denke, wir sind so menschlich, wie wir sein wollen.
Unser Menschsein liegt schließlich nicht in dem begründet, was wir tun, sondern wie wir es tun.
