
Tom drehte sich um und sagte: „Nanu, du bist es, Ben! Ich hab dich gar nicht gesehen."
„Du, ich geh schwimmen - wirklich! Hast du nicht auch Lust? Oder möchtest du vielleicht lieber arbeiten?"
Tom betrachtete den Jungen nachdenklich und sagte dann: „Was nennst du eigentlich Arbeit?"
„Na, ist das etwa keine Arbeit?"
Tom begann wieder mit seiner Arbeit und antwortete herablassend: „Nun, vielleicht ist es Arbeit und vielleicht ist es keine.
Ich kann nur sagen, dass es genau das Richtige ist für Tom Sawyer."
„Ach, sieh mal an, du willst doch nicht behaupten, dass du es gern tust?"
Der Quast strich ohne Unterbrechung über die Bretter.
„Ob ich es gern tue? Nun, ich sehe nicht ein, warum ich es nicht gern tun sollte. Lange nicht jedem Jungen wird die Möglichkeit geboten, einen Zaun zu tünchen."
Das warf natürlich ein völlig neues Licht auf die Sache! Ben hörte auf, an seinem Apfel zu knabbern. Sehr zierlich bewegte Tom seinen Quast hin und her -dann trat er einen Schritt zurück, um seine Arbeit zu betrachten. Er fügte hier und da noch einen Strich hinzu und begutachtete anschließend den Zaun von neuem.
Ben beobachtete jede Bewegung. Die Sache interessierte und fesselte ihn immer mehr. Schließlich sagte er: „Du, Tom, lass mich mal ein bisschen tünchen."
Tom wollte zustimmen; aber - dann überlegte er es sich. „Nein, nein, ich schätze, es würde kaum was draus werden, Ben. Weißt du, Tante Polly nimmt es schrecklich genau mit diesem Zaun. Natürlich, wenn es der hintere Zaun wäre, hätte sie bestimmt nichts dagegen, wenn du ihn streichen würdest, aber so? Ja, sie nimmt es furchtbar genau mit diesem Zaun - er musswirklich sehr sorgfältig gestrichen werden. Ich schätze, es gibt keinen Jungen unter tausend, vielleicht auch unter zweitausend, der es so machen kann, wie es gemacht werden muss."
„Ist das wirklich so? Och, lass mich doch mal versuchen! Nur ein ganz kleines bisschen - ich würde dich versuchen lassen, wenn ich an deiner Stelle wäre, Tom!"
