
„Ach, mach dir doch nichts daraus, was sie sagt, Jim. So redet sie immer. Gib mir den Eimer - ich bin gleich wieder da. Sie wird es doch nicht erfahren."
„Oh, ich dürfen nicht, Master Tom. Alte Missis werden Fell über Ohren ziehen!"
„Sie! Sie haut nie jemand — höchstens klopft sie einem mit ihrem Fingerhut auf den Kopf - und wer macht sich schon was daraus? Sie redet dummes Zeug, aber das tut ja niemand weh - na ja, nur wenn sie weint... Jim, ich hab auch was Schönes für dich, guck mal, 'ne weiße Murmel!"
Jim wurde unschlüssig.
„Eine weiße Murmel, Jim! Ist sie nicht wundervoll?"
„Oh, das sein prächtige Murmel, sag ich dir! Aber Master Tom, ich hab schreckliche Angst vor alte Missis... "
„Übrigens: ich zeige dir auch meine wunde Zehe, wenn du tünchst."
Jim war auch nur ein Mensch und dieses Angebot war zu viel für ihn. Er stellte seinen Eimer nieder, nahm die weiße Murmel und bückte sich mit höchstem Interesse über die Zehe, während Tom den Verband entfernte. Im nächsten Augenblick jedoch flog Jim die Straße hinunter, den Eimer in der Hand; Tom tünchte wie besessen und Tante Polly zog sich mit Triumph in den Augen und einem Pantoffel in der Hand von der Veranda zurück.
Aber Toms Eifer hielt nicht lange an. Er dachte daran, wie schön dieser Tag hätte sein können und sein Kummer vervielfachte sich. Bald würden seine Kameraden kommen und ihm von ihren Plänen für den Tag erzählen - und natürlich würden sie sich furchtbar lustig über ihn machen, dass er arbeiten musste. Schon der Gedanke daran brachte ihn in Zorn. Er kramte seine kleinen Schätze aus der Tasche und prüfte sie - kleine Gegenstände, Spielsachen, Murmeln und Blechstücke; genug, um damit bei jemand eine leichte Arbeit einzutauschen, aber nicht genug, um eine halbe Stunde Freiheit zu erkaufen. Er gab den Gedanken auf, die Jungen zu bestechen.
In diesem hoffnungslos dunklen Augenblick kam ihm eine Idee! Eine großartige, wundervolle Idee!
