Unter einem Gewölbe, das Lichter atmete — von Rosa bis Karminrot und von Karminrot bis Rosa —, gelangten wir auf die Straße. Das heißt, ich dachte, es wäre die Straße, doch jeden Augenblick erhellte sich die Dunkelheit über uns wie bei plötzlichem Morgengrauen. In der Ferne flossen lange, niedrige Silhouetten vorbei, wie Autos. Indessen wu ßte ich bereits, daß es keine Autos mehr gab. Es mußte etwas anderes sein. Wäre ich allein, hätte ich durch diese Straße zu einer weiteren Abzweigung gehen können: weiter leuchteten nämlich die Buchstaben: ZUM ZENTRUM.

Wahrscheinlich aber bedeutete das gar kein Stadtzentrum. Im übrigen ließ ich mich führen. Wie dieses Abenteuer auch enden sollte, ich hatte endlich eine Führerin gefunden und dachtediesmal schon an den unglückseligen Kerl, der jetzt, drei Stunden nach meiner Ankunft, mich wohl mit sämtlichen Infors dieser Bahnhofsstadt suchte.

Wir gingen an einigen schon fast leeren Lokalen vorbei, an Schaufenstern, wo Mannequingruppen immerfort dieselbe Szene spielten. Ich wäre gern stehengeblieben, um zu sehen, was sie da taten, aber das Mädchen ging rasch, mit ihren Schuhabsätzen klappernd, bis sie beim Anblick eines Neongesichts mit pulsierenden roten Wangen, das sich immerzu mit einer drollig ausgestreckten Zunge die Lippen leckte, ausrief: „Oh, Bonsen! Willst du einen Bons?“

„Und du?“ fragte ich.

„Ich glaube schon.“

Wir kamen in einen kleinen, leuchtenden Saal. Statt einer Decke hatte er lange Reihen brennender Flämmchen, die wie Gasflammen aussahen; von oben schlug uns plötzlich Hitze entgegen, da brannte wahrscheinlich wirklich Gas. An den Wänden gab es kleine Vertiefungen mit Pulten; als wir auf eine von ihnen zukamen, schoben sich beiderseits aus der Wand auch Sitze her — aus.



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