Sie schienen aus jener Wand herauszurücken: anfangs noch unentwickelt, wie Knospen, wurden dann flach in der Luft, nahmen Gestalt an und blieben dann regungslos. Wir setzten uns gegenüber, das Mädchen klopfte mit zwei Fingern auf die Metallplatte des Tischchens, aus der Wand sprang ein Nickelpfötchen, warf vor jeden von uns ein kleines Tellerchen und tat mit zwei blitzschnellen Bewegungen auf jeden davon eine Portion weißlicher Masse, die aufschäumend braun wurde und erstarrte, wobei das Tellerchen selbst auch nachdunkelte. Das Mädchen rollte den Teller, der gar keiner war, wie einen Pfannkuchen zusammen und fing an zu essen.

„Ach“, sagte sie mit vollem Mund, „ich hatte ja keine Ahnung, daß ich so hungrig bin.“

Ich tat genau dasselbe wie sie. Der Bons erinnerte im Geschmack an nichts, was ich jemals aß. Knusprig beim Anbeißen wie eine frischgebackene Semmel, zerfiel und zerfloß er sofort auf der Zunge; die braune Masse, die sich drinnen befand, war scharf gewürzt. Ich dachte, daß ich mich an Bonse gewöhnen könnte.

„Noch mehr?“ fragte ich, als sie den ihrigen verzehrt hatte. Sie lächelte und schüttelte den Kopf. Beim Hinausgehen legte sie für einen Augenblick beide Hände in eine kleine gekachelte Nische — in der es rauschte. Ich machte es ihr nach. Ein kitzelnder Wind umfing meine Finger; als ich die Hände wieder wegnahm, waren sie schon trocken und sauber.

Dann fuhren wir mit einem breiten Eskalator nach oben. Ich wußte nicht, ob es immer noch der Bahnhof war, aber ich genierte mich zu fragen. Sie führte mich in eine kleine Kabine in der Wand — es war dort nicht sehr hell, und ich hatte den Eindruck, daß oben wohl Züge führen, da der Boden zitterte. Für eine Zehntelsekunde wurde es dunkel, irgend etwas atmete tief unter uns auf, als ob ein metallenes Ungeheuer die Luft aus der Lunge ausgestoßen hätte, dann wurde es wieder hell, das Mädchen drückte die Tür auf.



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