
Es war wohl wirklich eine Straße. Wir waren hier ganz allein.
Kleine, gestutzte Sträucher wuchsen auf beiden Gehsteigseiten; etwas weiter standen gedrängt schwarze, flache Maschinen. Irgendein Mensch kam aus dem Schatten, versteckte sich hinter einer von ihnen — ich sah ihn keine Tür öffnen, er verschwand einfach, doch die Maschine raste los mit einem derartigen Schwung, daß er wohl ganz flach auf dem Sitz liegen mußte. Ich sah keine Häuser, nur eine tischglatte Fahrbahn, die mit matten Metallstreifen bedeckt war; an den Kreuzungen bewegten sich ntzartige, orangene und rote Lichter, sie hingen über dem Pflaster und erinnerten ein wenig an die Modelle von Scheinwerfern aus der Kriegszeit.
„Wo wollen wir uns nehmen?“ fragte das Mädchen. Immer noch hielt sie meinen Arm. Sie verlangsamte ihre Schritte. Ein roter Lichtstreifen glitt über ihr Gesicht. „Wo du willst.“
„Dann wollen wir zu mir gehen. Einen Glider zu nehmen, lohnt sich nicht. Es ist hier ganz in der Nähe.“
Wir gingen weiter. Man sah auch weiterhin keine Häuser, und der Wind, der aus dem Dunkel hinter den Büschen kam, wehte so, als ob hier rundum ein freier Raum wäre. Um den Bahnhof herum, direkt im Zentrum? Dies schien mir eigenartig. Der Wind brachte einen schwachen Blumenduft mit sich, den ich gierig einsog. Flieder? Nein, Flieder war es nicht.
Dann fanden wir einen gleitenden Gehsteig, wir standen darauf, ein komisches Paar, die Lichter flogen vorbei, manchmal ein Gefährt, wie aus einem Stück schwarzen Metalls gegossen: sie hatten keine Fenster, keine Räder, nicht einmal Lichter, doch sausten sie mit einer außergewöhnlichen Geschwindigkeit vorbei, wie blind. Die beweglichen Lichter schossen aus engen, vertikalen Spalten dicht über dem Boden. Ich konnte nicht feststellen, ob sie irgendwie mit dem Verkehr und seiner Regelung zusammenhingen.
Durch den unsichtbaren Himmel zog von Zeit zu Zeit, hoch über uns, ein klagender Pfiff.
