Wieder hörte das Gehämmer abrupt auf.

Es war derselbe, der den Tank entdeckt hatte. Ich bin kein Gedankenleser, konnte ihm aber ansehen, daß er erst jetzt gemerkt hatte, daß jemand im Tank hockte und daß ihn diese Entdeckung erstaunte, ihm aber auch Kopfzerbrechen bereitete. Er nahm das Geklopfe wieder auf, nun in einem eher ungleichförmigen Rhythmus. Nach wenigen Sekunden merkte ich, daß er irgendeinen Code aussandte, den ich natürlich nicht verstand.

Ich versuchte ihm gestenreich klarzumachen, daß das Getöse mir Ohrenschmerzen bereitete. Seine einzige Reaktion war ein Achselzucken. Falls mein Wohlbefinden für ihn überhaupt eine Rolle spielte, so stand es jedenfalls nicht an erster Stelle seiner Dringlichkeitsliste. Schließlich war er mit der Code-Meldung fertig und nahm wieder das gleichmäßige Geklopfe auf. Er sah gar nicht wütend aus, machte kein finsteres Gesicht oder schüttelte drohend die Faust oder dergleichen, aber andererseits tat er auch nicht so, als sei ich ein lange vermißter Freund. Ich sah sein Gesicht deutlich und ohne Verzerrung durch den Helm, konnte aber in seiner Miene kein Anzeichen echten Interesses entdecken.

Ich verwendete einige Zeit darauf, ihn dazu zu bewegen, daß er auf meine Gesten reagierte, er aber beachtete mich nicht weiter. Da fiel mir ein, daß ich ihm eine Nachricht schreiben könnte, die er durchs Fenster lesen sollte, nur wußte ich nicht in welcher Sprache. In einer meiner Taschen fanden sich sogar leere Zettel, dafür aber kein Schreiber, und damit war die Idee erledigt. Schließlich gab ich es auf und schaltete meine Lichter wieder aus.

Warum sollte ich ihm noch Hilfestellung leisten beim Heranlotsen des U-Bootes?

Nun war ich am Ende meiner Weisheit. Mir wollte einfach nichts mehr einfallen. Meine Gedanken wandten sich nun der Frage zu, wie der Bursche hier unten existieren konnte.



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