Der Schubs war ganz sanft, und ich fragte mich blitzartig, ob ich nicht in ein noch größeres Schlamassel geraten würde als vermutet. Und dann kam Licht durch Fenster herein, die durch den Schiffsrumpf verdeckt waren, und meine Sorgen hatten ein Ende. Die Federn hatten den Tank von dem beleuchteten Gebiet weggestoßen. Ich sah, wie sich der Bug der „Pugnose“ dunkel vor dem helleren Hintergrund abzeichnete. Der Trennvorgang hatte unser Sinken ganz leicht verlangsamt, das Wrack sank dabei etwas schneller als ich. Na, jetzt war wenigstens etwas wie geplant abgelaufen. Das Wrack würde als erstes auf dem Boden aufschlagen, und es bestand keine Gefahr mehr, daß ich darunter wie in einer Falle gefangen wurde.

Natürlich hatte ich nicht erwartet zu sehen, daß es richtig aufprallte. Was ich aber zu sehen bekam, als es auf dem Boden auftraf, das hatte ich schon gar nicht erwartet.

Flache Stücke des Meeresbodens sind meist eher weich und schlammig. Man mag es Radiolarschlamm oder Strahlentierchenschlick nennen, es ist jedenfalls Schlamm. In seichtem Gewässer trifft man auf Korallenbänke und Sand und anderes festes Zeug, an Abhängen gar auf soliden Fels.

Dort aber, wo es eben ist, erwartet man eine Mischung zwischen gewöhnlichem Schlamm und den oberen Schichten eines stehenden Tümpels. Wenn darauf nun etwas Hartes und Schweres auftrifft, sanft auftrifft, steht nicht zu erwarten, daß der Boden Widerstand leistet. Es setzt einen vielleicht manchmal in Erstaunen, aber man rechnet keinesfalls damit, daß etwas vom Meeresboden abprallt.

Die „Pugnose“ prallte nicht richtig ab, wie ich zugeben muß, doch verhielt sie sich nicht ordnungsgemäß. Sie traf die beleuchtete Oberfläche dreißig oder vierzig Yards vom Rand entfernt und etwa doppelt so weit von mir entfernt. Ich konnte es deutlich sehen. Sie traf wie erwartet auf und sank wie erwartet ein. Es gab kein Schlammgewirbel — kein Anzeichen des Zeitlupenspritzens, das normalerweise entsteht, wenn etwas im Schlick landet. Statt dessen verschwand der Bugteil fast ganz in der weichen Schicht, während darum herum ein Wellenring entstand und sich vom Aufprallpunkt aus ausbreitete. Dann ging das Wrack sanft wieder hoch, bis es halb aus dem Schlamm war, tauchte wieder unter, und das alles in Zeitlupe.



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