Sie wünschte, dass er das gleiche mit seinem Landsitz in Cornwall täte, hatte ihn aber bisher noch nicht von der Zweckmäßigkeit des Vorschlags überzeugen können.

»Wir sind nicht alle die Herzogin von Devonshire«, pflegte Lynley ihr milde vorzuhalten.

»Was eine hergelaufene Mitford kann«, pflegte sie zu entgegnen, »das kann ich schon lange.«

Aber Thomas Lynley und seine Braut dachten nicht daran, Tante Augusta aufzusuchen, wie man das in Anbetracht der verwandtschaftlichen Beziehung hätte erwarten können. Vielmehr gesellten sie sich zu den anderen Besuchern im Park und bewunderten mit ihnen, was da trotz der sommerlichen Dürre noch grünte und blühte.

Die anderen konnten natürlich nicht wissen, dass dieser Thomas Lynley, der, den Arm um die Schultern seiner zukünftigen Frau gelegt, ruhig und unauffällig durch den Park schlenderte, ein Mitglied der Familie war, die hier lebte, wenn auch nur noch in einem Seitenflügel des stattlichen alten Hauses. Und ebenso wenig konnten sie wissen - was im Hinblick auf die kommenden Ereignisse von einer gewissen Bedeutung war -, dass er Kriminal­beamter bei New Scotland Yard war. Nein, sie sahen nur, was die Leute im Allgemeinen zu sehen pflegten, wenn ihr Blick auf Thomas Lynley und Helen Clyde fiel: gediegene Zurückhaltung in Auftreten und Garderobe; das höfliche und respektvolle Verhalten, das von guter Erziehung zeugt; und eine Liebe, die wie Freundschaft aussah, weil sie sich aus Freundschaft entwickelt hatte.

Mit anderen Worten, die beiden waren unter den Besuchern von Abinger Manor an diesem Tag völlig fehl am Platz.

Als mit dem Läuten einer Glocke der Beginn des Rundgangs angekündigt wurde, versammelte sich die Gruppe an der Haustür, wo sie von einer resoluten jungen Frau Mitte Zwanzig, mit Pickeln am Kinn und zu stark geschminkten Augen, begrüßt wurde.



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