Sie führte ihre Schäfchen ins Haus, sperrte hinter ihnen ab für den Fall, dass jemand vorhaben sollte, mit irgendeinem kostbaren Stück das Weite zu suchen, und begann ihren Vortrag in einem Englisch, das nahe legte, dass sie auf das Gespräch mit Ausländern gut vorbereitet war. Einfache Wörter, einfache Sätze, langsam und deutlich.

Sie befänden sich hier, erklärte sie, im ursprünglichen Durchgang vom Haus zur Küche, wie er für die Herrenhäuser aus der Tudorzeit typisch sei. Die Mauer links sei die originale Zwischenwand, deren Reliefarbeiten sie auf der anderen Seite bewundern könnten. Wenn sie jetzt bitte zusammenbleiben und die abgesperrten Bereiche nicht betreten würden ... Fotografieren bitte nur ohne Blitz!

Anfangs ging alles glatt. Die Gruppe lauschte den Ausführungen in ehrfürchtigem Schweigen, fotografiert wurde gehorsam ohne Verwendung von Blitzlicht. Fragen stellte einzig Victoria Wilder-Scott, und wenn die Antworten der Führerin nicht bis ins letzte Detail korrekt waren, so merkte das keiner.

So gelangte man schließlich in den Festsaal, einen prachtvollen großen Raum, der in jeder Hinsicht hielt, was Victoria Wilder-Scott ihren Schützlingen versprochen hatte. Im Einklang mit den Hinweisen der Führerin auf seine besonderen Merkmale, vermerkte man pflicht­schuldig das gewaltige Gewölbe der Decke, die Empore über dem Eingang und ihr kunstvoll geschmiedetes Gitterwerk, die Gobelins, die Porträts, die offenen Kamine und die Teppiche. Fotoapparate wurden gezückt. Beifälliges Gemurmel erhob sich allenthalben. Irgendwo im Raum schlug eine Uhr mit zartem Wohlklang die halbe Stunde.

Da störte plötzlich grimmiges Knurren den geübten Vortrag der Führerin. Jemand kicherte, und ein paar Leute, die sich umwandten, sahen, wie Polly Simpson beide Hände auf ihren Magen drückte. »Entschuldigung« sagte sie. »Das kommt davon, wenn man zum Frühstück nur eine Banane isst.«



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