
Ein breitschultriger älterer Mann öffnete sie, und ein Lichtstrahl fiel auf die Gäste vor den hölzernen Stufen, auf denen er stand.
»Krieger aus Muman!« Er runzelte die Stirn, als er ihre. Kleidung und Waffen musterte. Sein Ton war nicht einladend.
»Euresgleichen sehen wir heutzutage nicht oft in diesem Land. Kommt ihr in Frieden?«
Dego antwortete ihm mit finsterer Miene. »Wir ersuchen um deine Gastfreundschaft, Morca. Willst du sie uns verweigern?«
»Du kennst meinen Namen, Krieger. Woher?«
»Ich habe hier schon öfter übernachtet. Wir sind eine Gesandtschaft des Königs von Cashel an den König von Laigin. Ich frage noch mal, verweigerst du uns das Gastrecht?«
Der Gastwirt zuckte gleichgültig die Achseln.
»Mir steht es nicht zu, das zu verweigern, besonders bei so hochgestellten Reisenden wie Gesandten des Königs von Cashel an meinen eigenen König. Wenn ihr die Gastfreundschaft dieses Hauses beansprucht, so sollt ihr sie haben. Euer Silber ist sicher ebensoviel wert wie das anderer Leute.«
Ohne ein weiteres Wort wandte er sich mürrisch um und ging in die Gaststube zurück.
Im Kamin am Ende des großen Raumes brannte ein Feuer. An mehreren Tischen saßen Leute und speisten und tranken. In einer Ecke hockte ein alter Mann und spielte auf einer cruit, einer kleinen, u-förmigen Harfe. Niemand schien auf sein endloses Zupfen der Saiten zu achten. Einige der Anwesenden waren offensichtlich Einheimische, die mit ihren Nachbarn zusammensaßen und tranken, andere wiederum Reisende bei der Abendmahlzeit. Die geflüsterten Worte »Krieger aus Muman« hatten sich schnell verbreitet, und es wurde still, als sie eintraten. Selbst der Harfner hielt inne.
