Dego blickte sich mißtrauisch um, die Hand am Schwertgriff.

»Verstehst du, was ich meine, Lady?« flüsterte er Fidelma zu. »Sie sind uns feind, und wir müssen aufpassen.«

Fidelma lächelte ihm ermutigend zu, ging zu einem freien Tisch, setzte ihre Satteltasche ab und ließ sich nieder. Dego, Enda und Aidan folgten ihrem Beispiel, doch die Blicke der Krieger wanderten umher. Die ungefähr zwanzig anderen Anwesenden blieben still und beobachteten sie verstohlen. Der Gastwirt hatte sich an das entfernte Ende des Raumes zurückgezogen und ignorierte die neuen Gäste.

»Wirt!« Fidelmas Stimme schnitt scharf durch den Raum.

Widerwillig kam der stämmige Mann in eisigem Schweigen zu ihnen herüber.

»Du bist anscheinend nicht gewillt, deine Pflichten nach dem Gesetz zu erfüllen.«

Morca hatte offensichtlich nicht mit ihren bestimmten Worten gerechnet. Überrascht und wütend starrte er sie an.

»Was versteht denn eine Nonne vom Gesetz der Gastwirte?« fragte er höhnisch.

Fidelma erwiderte in gelassenem Ton: »Ich bin eine dalaigh und besitze des Grad des anruth. Beantwortet das deine Frage?«

Die Atmosphäre schien noch kälter zu werden.

Dego legte wieder die Hand an den Schwertgriff, seine Muskeln spannten sich.

Fidelma hielt den Blick des Gastwirts mit ihren feurigen grünen Augen fest wie die Schlange den des Kaninchens. Der Mann schien wie gebannt. Ihre Stimme blieb sanft und elektrisierend.

»Du hast die Pflicht, uns zu Diensten zu sein, und zwar gutwillig. Wenn nicht, machst du dich des etech schuldig, also der Weigerung, die dir vom Gesetz auferlegte Pflicht zu erfüllen. Dann müßtest du einem jeden von uns unseren Sühnepreis zahlen. Wenn festgestellt wird, daß du wissentlich und böswillig gehandelt hast, könntest du auch das dire des Gasthauses verlieren, das Haus könnte ohne Entschädigung abgerissen werden. Mache ich dir das Gesetz klar, Gastwirt?«



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