
»Es ist richtig, daß sie diesen Mann so hart bestrafen. Der Angelsachse hat es vollkommen verdient«, meinte der eine.
»Die Angelsachsen waren schon immer eine Pest für dieses Land, sie fallen über uns her und plündern unsere Schiffe und Küstenorte«, pflichtete ihm der andere bei. »Sie sind Piraten, und wir sind lange Zeit zu milde mit ihnen verfahren. Ein Krieg gegen die Angelsachsen würde Fianamail mehr einbringen als ein Krieg gegen Muman.«
Einem der Bauern fiel plötzlich auf, daß Fidelma ihnen zuhörte. Er wurde verlegen, hüstelte und erhob sich.
»Na, ich muß zu Bett. Ich will morgen das untere Feld pflügen.« Er wünschte dem Gastwirt und seiner Frau eine gute Nacht und ging hinaus.
Fidelma drehte sich zu seinem Gefährten um. Er war jünger und seiner Tracht nach ein Schafhirt. Den Grund für den überstürzten Aufbruch des anderen hatte er nicht begriffen, genüßlich trank er seinen Met weiter.
Fidelma begrüßte ihn mit einem freundlichen Nikken.
»Ich hörte, daß ihr von Angelsachsen gesprochen habt«, meinte sie. »Habt ihr hier Probleme mit angelsächsischen Piraten?«
Der Schafhirt wurde verlegen, als eine Nonne ihn ansprach.
»Die Küstenorte im Südosten sind oft von ihnen überfallen worden, Schwester«, antwortete er brummig. »Es heißt, daß drei Handelsschiffe, eins davon aus Gallien, erst vor einer Woche auf der Höhe von Cahore Point angegriffen, ausgeraubt und dann versenkt wurden.«
»Hab ich deinen Freund richtig verstanden, daß man einen solchen Piraten gefangen hat?«
Der Mann überlegte, was sie meinte, und schüttelte den Kopf. »Nein, keinen Piraten. Die Rede war von einem Angelsachsen, der eine Nonne ermordet hat.«
