»Einverstanden«, erklärte Aidan. Dann fuhr er fort: »Es tut mir leid, Lady, daß ich gezweifelt habe .«

Fidelma legte ihm die Hand auf den Arm.

»Du hast das Recht zu zweifeln, Aidan. Das Unvorstellbare könnte wahr sein - Eadulf könnte schuldig sein. Wir wollen nicht vorschnell urteilen. Aber denken wir auch daran, daß wir ihn kennen.«

Dego wechselte Blicke mit seinen Kameraden.

»Wir halten zu dir, Lady. Gehen wir jetzt?«

»Sogleich. Wir führen unsere Pferde vom Tor langsam und zwanglos den Berg hinunter, und wenn wir zwischen den Häusern sind und den Blicken von der Burg entzogen, dann kann Aidan aufsitzen und nach Westen reiten.«

Sie ließen ihre Pferde aus dem Stall holen. Als die Stallburschen sie brachten, kam der Befehlshaber der Wache heraus.

»Bleibt ihr nicht hier, Lady?« fragte er überrascht. Für gewöhnlich wurde hochstehenden Besuchern die Gastfreundschaft des Königs angeboten.

»Wir suchen uns eine Unterkunft in der Stadt«, erklärte sie ihm. »Es ist besser, wenn ich und meine Begleiter uns nicht der Gastfreundschaft eures Königs aufdrängen.«

Der Mann schaute verblüfft drein. Es war ungewöhnlich, aber er wußte etwas von der Feindschaft zwischen Fearna und Cashel und führte ihren Weggang darauf zurück.

»Sehr wohl, Lady. Kann ich sonst noch etwas für dich tun?«

»Vielleicht kannst du uns ein Gasthaus in der Stadt empfehlen.«

Der Befehlshaber der Wache reagierte sofort. »Es gibt mehrere, Lady. Ich habe eine Schwester, die das Gasthaus zum Gelben Berg gleich hinter dem Hauptplatz führt. Es ist nach dem Ort benannt, aus dem wir stammen, sieben Kilometer nordöstlich von hier. Ihr Haus ist sauber und ruhig. Sie duldet keine Rüpeleien.«

»Dorthin werden wir uns wenden«, versicherte ihm Fidelma mit dankbarem Lächeln.

»Sie heißt Lassar. Sag ihr, daß ihr Bruder das Haus empfohlen hat.«



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