
Ich bog gerade rechtzeitig um die Ecke, um zu sehen, wie ein schweres Stahlgitter von der Decke herunterknallte und mir den Weg versperrte. Ich machte nicht langsamer und rammte das Gitter mit der Schulter, nur um jäh zum Stehen zu kommen, denn der schwere Stahl verbog sich zwar, hielt aber. Ich packte das Gitter mit beiden goldenen Händen und zerfetzte es, als ob es aus Brüsseler Spitze wäre. Der Stahl protestierte mit schrillem Kreischen, als er auseinandergerissen wurde. Ich zwängte mich durch die Öffnung und rannte den nächsten Korridor hinunter. Die Rüstung verleiht mir übernatürliche Stärke, wenn ich sie brauche. Fabelhaftes Zeug, dieses lebende Metall. Ich hatte die Gewehre und Sirenen hinter mir gelassen, aber dafür konnte ich jetzt schnelle Schritte und laute, wütende Stimmen hören, die sich von allen Seiten an mich heranarbeiteten. Zeit, mich in einem anderen Zimmer zu verstecken und das Zeter und Mordio an mir vorbeirauschen zu lassen.
Ich lief die Treppe zum nächsten Stockwerk hinunter, suchte mir aufs Geratewohl eine Tür aus, sprengte das Schloss mit dem Stoß einer gepanzerten Hand auf, schlüpfte in den verdunkelten Raum und schloss die Tür sorgfältig hinter mir. Es war angenehm ruhig in dem Raum, und ich stand ganz still in der Düsterkeit und hörte zu, wie eine ganze Horde von Leuten an der Tür vorbeirannte, zuerst aus der einen Richtung und dann aus der anderen. Es gab viel verwirrtes Geschrei, und ich lächelte hinter meiner goldenen Maske. Erste Regel eines guten Agenten: Lass die anderen immer im Unklaren. Jetzt brauchte ich nur noch zu warten, bis sich die Dinge ein wenig beruhigt hatten, und dann würde ich einfach vorsichtig hier raus- und in vollem Tarnkappenmodus an den Sicherheitskräften vorbeigehen, und sie würden überhaupt nicht merken, dass ich da war. Das Licht im Raum wurde angeknipst, und ich wirbelte überrascht herum. Der Patient des Zimmers saß kerzengerade in seinem Bett und starrte mich direkt an.
