
Dana nahm einen Teil der Sachen heraus und legte sie aufs Bett. Sie ging zu einer Kommode und holte eine von Jeffs Boxershorts und ein Paar Socken heraus. Dann zog sie sich splitternackt aus. Mit der linken Hand griff sie nach Jeffs Boxershorts und wollte hineinsteigen. Sie verlor das Gleichgewicht und fiel hin. Sie musste es noch zweimal versuchen, bis sie sie endlich hochgezogen hatte. Danach nahm sie eins von Jeffs Hemden. Wieder nahm sie nur die linke Hand zu Hilfe und mühte sich drei Minuten lang damit ab, bis sie endlich hineingeschlüpft war und es zugeknöpft hatte. Sie musste sich aufs Bett setzen, um die Hose anzuziehen, und trotzdem plagte sie sich mit dem Reißverschluss ab. Noch weitere zwei Minuten kämpfte sie mit dem Pullover.
Als Dana endlich angezogen war, musste sie sich hinsetzen und erst einmal verschnaufen. Das also machte Kemal jeden Morgen durch. Und es war noch lange nicht alles. Er musste sich baden, die Zähne putzen und die Haare kämmen. Und dabei ging es ihm jetzt noch gut. Wie aber mochte es ihm früher ergangen sein? Als er die Schrecken des Kriegs erlebt hatte, mit ansehen musste, wie seine Mutter, sein Vater, seine Schwester und seine Freunde umgekommen waren.
Jeff hat Recht, dachte sie. Ich erwarte zu viel. Er braucht mehr Zeit, um sich anzupassen. Ich könnte ihn niemals im Stich lassen. Mein Vater hat meine Mutter und mich sitzen lassen, und im Grunde meines Herzens habe ich ihm das nie verziehen. Es sollte ein dreizehntes Gebot geben: Du sollst nicht jene verlassen, die dich lieben.
