Die Wisconsin und die Massachusetts Avenue waren abgesperrt, Polizei- und Pressehubschrauber kreisten am Himmel, und der Secret Service wie auch die Stadtpolizei von Washington waren in voller Mannschaftsstärke angerückt. Denn zu den Trauergästen, die darauf warteten, dass der Gottesdienst endlich anfing, zählten unter anderem der Vizepräsident der Vereinigten Staaten, ein gutes Dutzend Senatoren und Kongressabgeordnete, ein Vertreter des Obersten Gerichtshofs, zwei Kabinettsmitglieder und zahlreiche Würdenträger aus aller Welt. Draußen auf der Straße versammelten sich unterdessen Hunderte von Schaulustigen, teils aus Hochachtung vor dem Toten, teils aber auch nur, um den einen oder anderen Prominenten zu Gesicht zu bekommen.

Dana hatte den Eindruck, als ob die Menschen nicht nur Gary die letzte Ehre erweisen wollten, sondern seiner ganzen Familie, dieser vom Unglück geschlagenen Dynastie. Sie hatte zwei Kamerateams im Einsatz. Eines draußen, das andere drinnen im Kirchenraum, in dem Totenstille herrschte.

»Gottes Wille stellt uns mitunter vor ein Rätsel«, hob der Pfarrer an. »Die Winthrops haben ihr Leben der Hoffnung gewidmet. Sie gaben Millionen von Dollar für Schulen und Gotteshäuser, für die Obdachlosen und die Hungrigen. Und sie scheuten dabei weder Zeit noch Mühe. Vor allem Gary Winthrop war es, der diese Tradition fortführte. Umso weniger vermögen wir zu begreifen, weshalb ausgerechnet diese Familie, die so engagiert und großzügig war, so grausam dahingerafft wurde. Aber in gewisser Weise sind sie gar nicht von uns gegangen, denn sie leben in dem Vermächtnis weiter, das sie uns hinterlassen haben. Wir dürfen stolz sein auf sie und alles, was sie für uns getan haben .«

Gott sollte nicht zulassen, dass solche Menschen eines so schrecklichen Todes sterben, dachte Dana bedrückt.

Danas Mutter rief an. »Meine Freunde und ich haben deinen Bericht von der Trauerfeier gesehen, Dana. Als du über die Verdienste der Winthrops gesprochen hast, dachte ich einen Moment lang, du würdest gleich weinen.«



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