
»Ich auch, Mutter. Ich auch.«
Dana konnte an diesem Abend kaum einschlafen. Und als sie endlich zur Ruhe kam, träumte sie wirres Zeug - von Feuersbrünsten, Autounfällen und Schießereien. Mitten in der Nacht fuhr sie plötzlich hoch und setzte sich auf. Fünf Menschen, die alle der gleichen Familie entstammten, sind innerhalb von anderthalb Jahren ums Leben gekommen. Das kann nicht mit rechten Dingen zugegangen sein.
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»Worauf wollen Sie hinaus, Dana?«
»Matt, ich will damit sagen, dass es kein reiner Zufall sein kann, wenn in anderthalb Jahren fünf Mitglieder einer Familie gewaltsam zu Tode kommen.«
»Dana, wenn ich Sie nicht kennen würde, würde ich einen Psychiater rufen und ihm erklären, dass sich eine Verrückte in meinem Büro aufhält, die behauptet, der Himmel stürzt ein. Meinen Sie etwa, wir haben es hier mit einer Art Verschwörung zu tun? Wer soll denn dahinter stecken? Fidel Castro? Die CIA? Oliver Stone? Um Himmels willen, ist Ihnen denn nicht klar, dass es jedes Mal, wenn irgendein Prominenter umkommt, hunderte von Verschwörungstheorien gibt? Letzte Woche kam jemand hier herein und hat behauptet, er könnte beweisen, dass Lyndon Johnson Abraham Lincoln umgebracht hat. Washington erstickt förmlich in Verschwörungstheorien.«
»Matt, wir bereiten gerade Alibi vor. Sie wollen doch, dass wir mit einem Hammer anfangen? Also, wenn ich Recht habe, könnte das einer sein.«
Matt Baker saß einen Moment lang da und musterte sie. »Sie verschwenden Ihre Zeit.«
»Danke, Matt.«
Das Archiv der Washington Tribune, in dem tausende von Aufzeichnungen früherer Sendungen lagerten, alle ordentlich erfasst und verzeichnet, befand sich im Keller des Gebäudes.
Laura Lee Hill, eine attraktive Brünette um die vierzig, saß an ihrem Schreibtisch und trug neue Videobänder in ihr Verzeichnis ein. Sie blickte auf, als Dana eintrat.
