Cherokee schrieb sie für zahlungskräftige Studenten, die keine Lust hatten, sich selbst zu bemühen. Das hatte schon vor langem Anlass zu der Frage gegeben, warum Cherokee — der auf nichts, was er gegen Bezahlung geschrieben hatte, etwas Schlechteres als eine Zwei bekommen hatte — es nicht schaffte, sein Studium durchzuziehen. Es war nicht mehr zu zählen, wie oft er an der Universität von Kalifornien angefangen und wieder aufgehört hatte. Cherokee allerdings hatte eine simple Erklärung für seine durchwachsene Universitätskarriere:»Wenn mir die Uni für meine Arbeit das Gleiche bezahlen würde wie die Studenten, die mich anheuern, würde ich gern arbeiten.«

«Weiß Mam, dass du's schon wieder geschmissen hast?«, fragte China ihren Bruder.

«Ich häng nicht mehr am Gängelband.«

«Natürlich nicht. «China, die nichts zu Mittag gegessen hatte, merkte, dass sie hungrig war. Sie nahm aus dem Kühlschrank die Zutaten, die sie für einen Salat brauchte, und stellte einen Teller auf den Tisch — ein Wink, von dem sie hoffte, ihr Bruder würde ihn verstehen.

«Also frag mich endlich. «Er zog einen Stuhl zu sich heran und setzte sich. Aus dem bunten Korb in der Mitte des Tischs nahm er sich einen Apfel und schien erst, als er schon hineinbeißen wollte, zu merken, dass es eine künstliche Frucht war.

Sie packte den Romanasalat aus und begann, die Blätter zu zerpflücken.»Was soll ich dich fragen?«

«Das weißt du ganz genau. Du fragst absichtlich nicht. Okay, dann frag ich eben für dich. >Was hast du denn Tolles vor, Cherokee? Was hast du am Laufen? Warum brauchst du kein Auto mehr?< Jetzt kommt die Antwort: Weil ich mir ein Boot kaufe. Und das Boot deckt alles ab — Transport, Einkommen, Unterkunft. «

«Träum weiter, Butch«, murmelte China. Cherokees Lebenseinstellung hatte in vielerlei Hinsicht eine fatale Ähnlichkeit mit der dieses Banditen aus dem Wilden Westen: Immer ging es darum, das schnelle Geld zu machen, etwas umsonst zu bekommen, gut zu leben.



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