Aber China war dazu nicht bereit. Sie liebte ihren Bruder. Obwohl er der Ältere war, hatte sie ihn immer bemuttert, nicht nur in der Kindheit, sondern auch später noch, als sie beide Teenager gewesen waren. Aber so sehr sie Cherokee liebte, sie würde ihn keinesfalls bei einem Plan unterstützen, der zwar vielleicht leicht verdientes Geld, aber auch sie beide in Gefahr bringen würde.

«Kommt nicht in Frage«, sagte sie.»Vergiss es. Such dir einen Job. Irgendwann musst du mal dem wahren Leben ins Gesicht sehen.«

«Das versuch ich doch gerade.«

«Dann such dir eine geregelte Arbeit. Früher oder später musst du das sowieso tun. Dann am besten gleich.«

«Na toll!«Er sprang auf.»Das ist echt klasse, China. Such dir eine geregelte Arbeit. Sieh dem wahren Leben ins Gesicht. Und ich bemüh mich, hab sogar schon eine Idee, wie ich drei Fliegen mit einer Klappe schlage — Job, Haus und Geld — , aber dir ist das offensichtlich nicht gut genug. Es muss das wahre Leben sein und ein Job, so wie du ihn dir vorstellst. «Er stürmte zur Tür hinaus in den Garten.

China folgte ihm. Ein Vogelbad stand in der Mitte des vertrockneten Rasens, Cherokee kippte das Wasser aus, packte eine Drahtbürste neben dem Sockel und attackierte damit zornig schrubbend die Algen im geriffelten Becken. Er lief zum Haus, wo ein zusammengerollter

Schlauch lag, drehte das Wasser auf und zog den Schlauch zum Vogelbecken, um es neu zu füllen.

«Jetzt hör doch mal zu«, sagte China.

«Vergiss es«, entgegnete er.»Du findest es blöd. Und mich findest du genauso blöd.«

«Hab ich das gesagt?«

«Ich will nicht so leben wie alle anderen — jeden Tag malochen von acht bis fünf für ein paar lausige Kröten — , aber das passt dir nicht. Für dich gibt es nur eine Art, sein Leben zu führen, und jeder, der andere Vorstellungen hat, ist unrealistisch und blöd und kann nur im Knast enden.«



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