
Kinderärztin<.
Während Dr. Perthes den Jungen vorsichtig auf die Arme nahm und aus dem Auto trug, schellte der Chauffeur und riß die Tür auf. Dr. Perthes ging mit seiner Last die paar Stufen hinauf.
Dann stand er vor einer jungen, schlanken, schwarzlockigen Frau, die ihn und das Kind anblickte, und — ohne ein Wort zu reden — vor ihnen her in das Ordinationszimmer eilte. Dort deckte sie eine Gummilage über den Tisch und eilte zu dem Instrumentenschrank in der Ecke des großen Raumes.
«Schlagader?«fragte sie kurz.»Unfall?«
«Ja. Er ist unters Auto gekommen.«
«Ihr Wagen?«
«Nein. Ich ging gerade spazieren und sah den Unfall aus nächster Nähe! Der Junge war leichtsinnig, den Fahrer trifft keine Schuld.«
«Danke. «Der Chauffeur, der in der Tür stand, wischte sich den Schweiß von der Stirn.
«Ach, Sie sind noch da?«Dr. Perthes legte den Jungen auf dem Tisch zurecht und wandte sich dann um:»Geben Sie mir bitte Ihren Namen und für wen Sie den Wagen fahren. Sollte etwas kommen, so will ich gern als Zeuge aussagen. Ich werde auch anrufen, daß Sie keine Schuld trifft. Sie sehen, selbst als alter Hase kann man am Steuer nicht vorsichtig genug sein. «Er notierte sich die Namen; der Wagenbesitzer war ein Großkaufmann namens Franz Ehrwit-te. Dann verabschiedete er den Chauffeur.»Trinken Sie in der nächsten Kneipe einen Cognac«, sagte er zu ihm.»Sie sind jetzt nervös, in dieser Verfassung kann leicht ein neues Unglück geschehen. Aber nur einen…«
«Ich danke Ihnen. «Der Fahrer verbeugte sich. Sein Gesicht war noch immer weiß.»Wenn ich morgen früh nach dem Jungen sehen dürfte. Wo werden Sie ihn hinbringen?«
«In die Lindenburg. Dort können Sie alles erfahren.«
Unterdessen versorgte die Ärztin stumm und mit flinken Händen die gerissene Schlagader des Jungen und klammerte sie ab. Dann untersuchte sie ihn und schüttelte mehrmals mit dem Kopf. Peter
