>Dr. med. Angela Bender, geb. 24.8.1920 in Würzburg — Haare: schwarz, Augen: braun, Größe: 1,68 m, Gewicht: 54 kg. Besondere Kennzeichen: kleine Narbe am linken Oberschenkel durch Bom-bensplitterverletzung.<

Mit einem zufriedenen Lächeln klappte Dr. Perthes den Paß wieder zu und bestellte dann über die inzwischen frei gewordene Leitung den Krankenwagen.

Als er zurück in das Behandlungszimmer kam, saß Dr. Bender neben dem Jungen und fühlte den Puls.

«Haben Sie eine Ahnung, wie der Junge heißt?«fragte sie.

«Keine Spur! Aber er muß aus dieser Gegend sein; er hatte einen Roller bei sich und ein Eis in der Hand.«

«Das besagt nicht viel.«

«Stimmt! Soll ich die Polizei rufen?«

«Es wäre vielleicht besser.«

Sie schaute zu ihm auf. Ihre Augen trafen sich für einen Augenblick. Er ist ein netter Kerl, dachte sie. Er ist geistesgegenwärtig und weiß sich zu helfen. Sein Anzug, sein neues, helles Jackett ist voller Blut, und er beachtet es gar nicht. Er wird die Flecken nie wieder herausbekommen. Ihre frauliche Seele regte sich.

«Ihr Jackett ist verdorben«, meinte sie.»Nichts geht schwerer aus einem solchen Stoff heraus wie eingetrocknetes Blut.«

«Wie recht hatte da Goethe, als er sagte: >Blut ist ein ganz besonderer Saft!<«Dr. Perthes sah an sich hinunter.»Total hinüber«, sagte er dann und blickte die Ärztin schelmisch blinzelnd an.»Wenn sich der Vater des Jungen meldet, müßte er mir als Lebensretter eigentlich einen neuen Anzug kaufen. Was meinen Sie?«

Dr. Angela Bender betrachtete den Jungen.»Zuerst will ich ihn durchbekommen. Lassen Sie Ihre Jacke hier, ich will es heute abend mit Benzin versuchen.«

«Und ich darf so lange warten?«fragte Dr. Perthes erfreut.

«Es wird ihnen ganz sicher langweilig werden.«»In Ihrer Gegenwart — nie!«



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