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Barney warf die Zeitschrift wieder auf den Tisch, aber der Umschlag blieb an seiner Hand kleben und wurde eingerissen. Er schälte ungeduldig das Papier ab und ärgerte sich, daß er das Wikingerbier vor dem Herkommen nicht abgewaschen hatte. Die Arbeiten einstellen!
»Miß Zucker«, sagte er, »L. M. will mich sprechen. Das hat er gesagt. Er hat sogar eine Nachricht hinterlassen. Sicher wartet er ganz ungeduldig auf mich …«
»Tut mir leid, Mister Hendrickson, aber er hat ausdrücklich angeordnet, daß er bei seiner Konferenz nicht gestört werden darf.« Ihre Finger hingen einen Moment reglos über der Maschine, und ihr Kaugummi blieb in einer Backe. »Ich werde ihn verständigen, daß Sie hier sind, sobald es mir möglich ist.« Die Schreibmaschine klapperte wieder, und der Kaugummi bewegte sich im Rhythmus dazu.
»Sie könnten zumindest gleich anrufen und sagen, daß ich da bin.«
»Mister Hendrickson!« sagte sie. Ihr Tonfall hatte Ähnlichkeit mit dem einer Mutter Oberin, die man beschuldigte, ein unanständiges Haus zu führen.
Barney holte sich Wasser aus dem Automaten, trank einen Schluck und ließ den Rest über die klebrige Hand laufen. Er trocknete sie mit Schreibmaschinenpapier ab, als die Sprechanlage summte und Miß Zucker ihm zunickte. »Sie können jetzt hineingehen«, sagte sie kühl.
»Was heißt das, L. M.?« fragte er, sobald die Tür geschlossen war. »Was soll dieser alberne Zettel?« Sam saß in seinem Sessel wie ein Ölgötze, und Charley Chang hatte ihm gegenüber Platz genommen. Er schwitzte und sah elend aus.
»Was das heißt? Was soll es schon heißen? Es heißt, daß Sie mich hereingelegt haben, Barney Hendrickson. Sie haben sich meine Genehmigung zu dem Film erschwindelt und besaßen noch nicht einmal ein Drehbuch!«
»Natürlich besitze ich kein Drehbuch, wie sollte ich auch, wenn wir uns eben erst für den Film entschlossen haben? Haben Sie vergessen, daß das Ganze ein Notfall ist?«
