war ihm der Name d'Artagnan nicht ganz unbekannt, und obschon er erst gegen das Jahr 1634 oder 1635, das heißt sieben oder acht Jahre nach den Vorfällen, nach Frankreich kam, die wir in einer früheren Geschichte erzählt haben, so glaubte der Kardinal doch, er habe diesen Namen als den eines Mannes nennen gehört, der sich bei einer Begebenheit, die seinem Geiste nicht mehr gegenwärtig war, als ein Muster von Mut, Treue und Geschicklichkeit bewährt habe.

»Lieber Guitaut!« sprach der Kardinal, nachdem er d'Artagnan freundlich verabschiedet hatte, »Ihr habt eben gesagt, daß Ihr schon fast zwanzig Jahre lang im Dienste der Königin steht.«

»Ja, das ist auch wahr,« versetzte Guitaut.

»Nun, lieber Guitaut,« fuhr der Kardinal fort, »ich habe die Bemerkung gemacht, daß Ihr außer Eurem unbestrittenen Mute und Eurer bewährten Treue ein vortreffliches Gedächtnis besitzet.«

»Sie haben diese Bemerkung gemacht, gnädigster Herr?« versetzte der Kapitän der Garden; »das ist, Potz Wetter, um so schlimmer für mich.«

»Warum das?«

»Sicherlich, denn eines der ersten Erfordernisse für einen Hofmann ist, daß er zu vergessen weiß.«

»Ihr seid aber kein Hofmann, Guitaut! Ihr seid ein wackerer Soldat, solch ein Kapitän aus der Zeit des Königs Heinrich IV., aus der leider bald keiner mehr übrig sein wird.«

»Schwerenot, gnädigster Herr, ließen Sie mich denn kommen, um mir ein Horoskop zu stellen?«

»Nein,« entgegnete Mazarin lachend, »ich ließ Euch kommen, um Euch zu fragen, ob Ihr unsern Leutnant der Musketiere beobachtet habt.«

»Herrn d'Artagnan?«

»Ja.«

»Ich brauche ihn nicht zu beobachten, gnädigster Herr, ich kenne ihn seit länger schon.«

»Was ist es für ein Mann?«

»Hm,« versetzte Guitaut, über diese Frage erstaunt, »er ist ein Gascogner.«

»Ja, das weiß ich, allein ich wollte Euch fragen, ob er ein Mann sei, dem man Vertrauen schenken kann.«



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