
»Herr von Treville achtet ihn hoch, und wie Sie wissen, gehört Herr von Treville zu den ergebensten Freunden der Königin.«
»Ich möchte wissen, ob er ein Mann ist, der seine Proben bestanden hat?«
»Verstehen Sie darunter den tapferen Soldaten, so glaube ich antworten zu dürfen: Ja. Wie ich sagen hörte, hat er bei der Belagerung von La Rochelle, im Engpasse von Suze, und bei Perpignan mehr getan, als seine Schuldigkeit.«
»Ihr wißt aber, Guitaut, wir Minister brauchen oft noch andere Männer, als bloß tapfere Soldaten. Wir brauchen geschickte Leute. Hat nicht Herr d'Artagnan zur Zeit des Kardinals an irgendeiner Intrige teilgenommen, von der das Gerücht erzählt, er habe sich sehr gewandt herausgezogen?«
Guitaut, der es wohl merkte, daß der Kardinal ihn wolle reden lassen, entgegnete ihm: »Gnädigster Herr, in dieser Beziehung muß ich Ew. Eminenz sagen, daß ich nicht weiß, was Ihnen das Gerücht bekannt gegeben hat. Was mich betrifft, so habe ich an Intrigen niemals teilgenommen, und wenn ich auch in bezug auf die Intrigen anderer bisweilen einige vertrauliche Mitteilungen erhielt, so werden es mir Ew. Eminenz erlauben, da das Geheimnis nicht mir angehört, es denen zu bewahren, die es mir anvertraut haben.« Mazarin schüttelte den Kopf und sagte: »Ach, auf mein Wort, es gibt sehr glückliche Minister, welche alles erfahren, was sie wissen wollen.«
»Monseigneur,« entgegnete Guitaut, »diese messen nicht alle Menschen mit demselben Maßstabe, und wenden sich an Krieger in bezug auf den Krieg und an Ränkemacher in bezug auf Ränke. Wenden Sie sich an irgendeinen Intriganten der Zeit, von welcher Sie reden, und Sie werden von ihm - aber gegen Bezahlung - das erfahren, was Sie zu wissen wünschen.«
»Hm, bei Gott!« rief Mazarin mit einer Grimasse, die er jedesmal machte, wenn man ihm die Geldfrage derart berührte, wie es Guitaut eben tat, »man wird bezahlen, wenn sich auf andere Weise nichts erreichen läßt.«
