
»Verlangt Monseigneur von mir im Ernste, daß ich einen Mann andeute, der in allen Kabalen jener Zeit verwickelt war?«
»Per Bacco!« rief Mazarin, der schon ungeduldig wurde, »ich frage ja schon seit einer Stunde nichts anderes, Starrkopf!«
»Es ist einer unter ihnen, für den ich in dieser Hinsicht bürge, wenn er überhaupt reden will.«
»Das ist meine Sache.«
»O, gnädigster Herr, es ist nicht immer so leicht, von den Leuten das herauszubringen, was sie nicht sagen wollen.«
»Bah, mit Geduld bringt man sie wohl dahin. Nun, dieser Mann?«
»Ist der Graf von Rochefort!«
»Der Graf von Rochefort?«
»Zum Unglück ist er seit vier bis fünf Jahren verschwunden, und ich weiß es nicht, was mit ihm geschehen ist.«
»Ich werde das wohl erfahren, Guitaut,« versetzte Mazarin. Und da der Kardinal in diesem Momente mit seinem Begleiter im Hofraume des Palais Royal angekommen war, so entließ er Guitaut durch einen Gruß mit der Hand, und als er einen auf- und abgehenden Offizier bemerkte, so ging er auf ihn zu.
Es war d'Artagnan, welcher dem Befehle des Kardinals gemäß wartete. D'Artagnan verbeugte sich, folgte dem Kardinal über die geheime Treppe, und befand sich alsbald wieder in dem Arbeitszimmer, von dem er ausgegangen war. Der Kardinal setzte sich an seinen Schreibtisch, nahm ein Blatt Papier und schrieb darauf einige Zeilen. D'Artagnan blieb gleichgültig stehen, und harrte ohne Ungeduld, wie ohne Neugierde. Er war ein militärischer Automat geworden, und handelte oder gehorchte vielmehr, wie durch Federn in Bewegung gesetzt. Der Kardinal faltete den Brief und siegelte ihn. »Herr d'Artagnan,« sprach er, »tragt diese Depesche nach der Bastille und führt die Person hierher, von der darin die Rede ist; nehmt einen Wagen mit einer Bedeckung und bewacht sorgfältig den Gefangenen.« D'Artagnan ergriff den Brief und legte die Hand an seinen Hut.
