
»So wahr ich Rochefort heiße, doch müsset Ihr desgleichen tun.«
»Das versteht sich, darauf habt Ihr meine Hand.«
»Nun, hört, die erste Gelegenheit, die Ihr findet, von mir zu reden ...«
»Will ich von Euch reden; und Ihr?«
»Ich gleichfalls.«
»Aber sagt, soll ich auch von Euren Freunden reden?« »Von welchen Freunden?«
»Von Athos, Porthos und Aramis. Habt Ihr sie denn vergessen?« »Beinahe.«
»Was ist denn aus ihnen geworden?«
»Das weiß ich nicht.«
»Wirklich?«
»O mein Gott, ja! Wie Ihr wisset, haben wir uns getrennt; sie sind am Leben, das ist alles, was ich von ihnen weiß, da ich zuweilen indirekte Nachrichten von ihnen bekomme. Doch hole mich der Teufel, wenn ich weiß, in welchem Winkel der Welt sie sind. Nein, auf Ehre! außer Euch, Rochefort, habe ich keinen Freund mehr.«
»Und der berühmte ... wie habt Ihr doch den Diener genannt, den ich im Regiment Piemont zum Sergeanten machte?«
»Planchet.«
»Ja, richtig; und was ist aus dem berühmten Planchet geworden?«
»Nun, er hat eine Zuckerbäckerbude in der Straße Lombards erheiratet: er liebte stets das Wohlleben, so daß er Bürger von Paris wurde, und jetzt wahrscheinlich Meuterei treibt. Ihr werdet sehen, der Schurke wird früher Schöppe, als ich Kapitän werde.«
»Ei was, lieber d'Artagnan! nur ein bißchen Mut. Gerade wenn man zu unterst im Rade ist, wendet sich das Rad und erhebt uns. Euer Schicksal ändert sich vielleicht noch diesen Abend.«
»Amen!« rief d'Artagnan und ließ die Kutsche anhalten. »Was tut Ihr?« fragte Rochefort. »Was ich tue? nun, wenn wir angelangt sind, so will ich nicht, daß man mich aus Eurem Wagen steigen sehe; wir kennen einander nicht.«
»Ihr habt recht. Adieu!«
»Auf Wiedersehen. Erinnert Euch an Euer Versprechen.«
D'Artagnan schwang sich wieder auf sein Pferd und ritt an der Spitze der Bedeckung.
