Deshalb werde ich auch nie ein so großer Mann sein wie er; dagegen bin ich aber ein guter Mann, Herr von Rochefort, und ich hoffe, Ihnen das beweisen zu können.« Rochefort kannte diese glatte Stimme, in die sich ein Zischen mengte. »Ich bin ganz geneigt, dem gnädigen Herrn zu glauben,« sprach er, »wiewohl ich meinesteils wenig Beweise von dieser Güte gehabt habe, von welcher Ew. Eminenz spricht. Vergessen Sie nicht, gnädiger Herr,« fuhr Rochefort fort, als er die Regung bemerkte, die der Minister zu unterdrücken bemüht war, »vergessen Sie nicht, daß ich fünf Jahre lang in der Bastille schmachtete, und daß nichts so sehr den Ansichten eine schiefe Richtung gibt, als wenn man die Dinge durch das Gitter eines Kerkers anblickt.«

»O, Herr von Rochefort, ich habe Euch bereits versichert, daß ich an Eurer Gefangenschaft durchaus keinen Anteil hatte. Die Königin - Zorn der Weiber und Fürstinnen, je nun das geht vorüber, wie es kam, und dann denkt man nicht mehr daran ...«

»Ich begreife recht Wohl, gnädiger Herr, daß sie nicht mehr daran denkt, da sie diese fünf Jahre im Palais-Royal unter Festlichkeiten und Schmeichlern zubrachte; aber ich, der ich sie in der Bastille zubringen mußte ...«

»Ach, mein Gott, lieber Rochefort, glaubt Ihr denn, es wohne sich so lustig im Palais-Royal? O nein, geht mir damit; ich versichere Euch, daß wir darin große Widerwärtigkeiten erlebten. Jedoch sprechen wir nichts mehr von all' dem. Ich spiele ein offenes Spiel wie immer. Saget an, Herr von Rochefort, seid Ihr einer der unsrigen?« -

»Sie werden einsehen, gnädigster Herr, daß ich nichts so sehr wünsche, jedoch mir ist alles fremd geworden. In der Bastille redet man nur mit Soldaten und Gefängniswächtern, von Politik, und Sie können sich nicht vorstellen, gnädiger Herr, wie wenig diese Leute von dem wissen, was vorgeht. Ich teile hierin immer die Ansicht des Herrn Bassompiere ... Er ist stets noch einer der siebzehn Vornehmen.«



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