
»Ja, aber …« Finchley schien bedrückt. Seine offizielle Mission bei Rogers war zu Ende. Von nun ab war er nur noch Verbindungsmann zwischen den Instanzen der Regierungen der Alliierten Nationen und dem amerikanischen Geheimdienst; er hatte Hilfe zu leisten, wenn man ihn darum bat, aber es war nicht seine Aufgabe, ungefragt Empfehlungen zu geben. Und besonders jetzt, da Rogers sich ein wenig zurückgesetzt fühlte, wagte er nicht, seinen Satz zu Ende zu sprechen.
»Was?« fragte Rogers.
»Nun, was Sie machen werden, ist, also darauf zu warten, bis dieser Mann seinen Fehler begeht. Er ist ein kluger Kopf; er wird ihn nicht sobald machen. Und wenn, dann wird es ein kleiner sein. Es kann unter Umständen Jahre dauern. Zum Beispiel fünfzehn Jahre. Er kann sogar sterben, ohne je einen Fehler gemacht zu haben. Und während dieser ganzen Zeit läuft er frei herum. Auf der anderen Seite — wenn er wirklich Lucas Martino ist, werden Sie es auf diese Art und Weise nie herausbringen.«
Rogers Antwort kam sanft »Wissen Sie etwas Besseres.«
Es war weder Finchleys Schuld, daß alles so gekommen war, noch Rogers, noch Deptfords. Man hatte sie trotzdem degradiert. Sie waren alle einschließlich Martino in ein unentwirrbares Knäuel von Umständen geraten, aus dem sie nicht herauskonnten. Sie mußten darin bleiben und ihm folgen, wohin es rollte.
»Nein«, gab Finchley zu, »ich weiß auch nichts.«
* * *
Leichter Bodennebel hüllte den Flugplatz ein. Er lag wie ein fadenscheiniges Leichentuch auf Gebäuden, Flugzeugen und Autos. Rogers stand vor der Halle. Er war allein. Finchley saß mit Martino — selbst wenn man nicht wußte, wer er war, so konnte man nicht umhin, ihn mit diesem Namen zu bezeichnen — in dem wenige Meter entfernt parkenden Wagen. Rogers starrte auf den schmutzigen Metallbauch des Flugzeuges, das sie über den großen Teich bringen sollte. Er dachte daran, wie elegant ein mit dem Himmel verschmolzenes Flugzeug aussieht, und wie auf dem Boden seine Reinheit unter zahllosen Nietköpfen mit Ölrand, Schleifspuren und Staubflecken untergeht.
