Merkwürdig! dachte Rogers. Ein Mann verschwindet über die Grenze, man schickt Leute aus, um ihn zu suchen, aber sie finden ihn nicht. Dann sickern einige Nachrichten durch. Man sagt, er sei tot. Hierauf heißt es, er habe einen Arm verloren, lebe jedoch. Schließlich soll er wieder gestorben sein. Dann heißt es, man habe ihn nach Novoya Moskva gebracht Oder liegt er etwa in einem städtischen Krankenhaus in der Nähe der Grenze? Niemand weiß etwas Genaues.

Plötzlich beginnen im Außenministerium Verhandlungen. Plötzlich wird ein Grenzübergang geschlossen. Drüben schießt man auf ein Verkehrsflugzeug. Hier beschlagnahmt man Fischerboote. Es geht hin und her; endlich geben sie ohne ersichtlichen Grund nach.

Und während der ganzen Zeit liegt einer unserer Leute drüben und wartet darauf, daß etwas geschieht.

»Gerüchten nach soll er das K-88-Projekt fast fertiggestellt haben«, sagte der Beamte. »Wir waren angewiesen, seine Herausgabe nicht allzu sehr zu forcieren. Sie sollten nicht merken, wie wichtig er für uns ist. Vorausgesetzt natürlich, daß sie nicht schon über das Projekt Bescheid wußten. Es ist ein verflixtes Geschäft.«

»Das glaube ich.«

»Halten Sie es für möglich, Rogers, daß sie ihn über das K-88-Projekt ausgequetscht haben?«

»Nun, sie haben drüben einen Mann namens Azarin, der verdammt tüchtig ist.«

Hinter dem großen Tor tauchten jetzt zwei Scheinwerferkegel auf. Der Wagen, zu dem sie gehörten, kam heran und hielt dann. Er erwies sich als eine Tatralimousine. Die Tür wurde aufgestoßen, während ein Posten gleichzeitig den Schlagbaum öffnete. Der Feldwebel der alliierten Soldaten ließ seine Leute Haltung annehmen.

Rogers und der Beamte des Außenministeriums stiegen aus ihren Wagen.

Eine Gestalt kletterte aus dem Tatra und kam auf das Tor zu. An der Grenze zögerte sie einen Augenblick, dann ging sie weiter.



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